TUESDAY THE SKY - Drift

2017 (Inside Out Music) - Stil: Ambient/Electronic/Post Rock


Jim Matheos’ erstes Solo-Werk ´First Impressions´ konnte 1993 mit seiner großartigen Akustikgitarrenmusik sogar noch mit Cello und Violinen die Schwiegergroßmütter in spe auf der Rückbank deines Straßenkreuzers begeistern. Ein Album, das generationsübergreifend ansprechend wirken kann. Kann, denn allein das reizende Enkelkind auf dem Beifahrersitz war zu guter Letzt nicht Feuer und Flamme. Die FATES WARNING-Songs des zu dieser Zeit noch aktuellen Werkes mit den klangvollen Titeln ´We Only Say Goodbye´ oder ´The Road Goes On Forever´ waren weit passender.

Auch Matheos’ letztes Solo-Album ´Halo Effect´ war 2014 ein Gitarrenalbum ohne Keyboards und Effekte. Doch zwischen der Fertigstellung des letzten FATES WARNING-Meisterwerkes ´Theories Of Flight´ und der anstehenden Tournee fand er Zeit, sich mit einer Songidee zu beschäftigen, die er ursprünglich für die All-Akustik-Bonus-Disc von ´Theories Of Flight´ verwenden wollte. Aus dieser für FATES WARNING eher unpassenden Komposition entstand ein vollständiges Album, das sich auf seine Atmosphäre verlässt und mit Elektronik-Ingredienzien in den Sphären des Ambient und Postrock aufhält.

Elegische und in ihrer Atmosphäre gefangene Gitarrenläufe bestimmen das Soundbild. Hallend setzen sich die Töne Stück für Stück zusammen, um wie in ´Kite´ letztlich postmetallisch anzuwachsen. Dagegen fühlt sich Sängerin Anna Lynne Williams (TRESPASSERS WILLIAM) mit ihren ätherischen Tonlauten in den Songs ´Westerlies´ und dem von SIGUR RÓS-Stimmung getragenen ´Vortex Street´ wohl. OSI goes Ambient, mag sich der Langzeitverbundene im ansonsten restlos instrumentalen Album denken und liegt in seiner Vermutung gar nicht so verkehrt. Wundervoll lassen nämlich die einstigen Verbündeten Kevin Moore und Jim Matheos die Melodien in ´Drift´ und vor allem in ´It Comes In Waves´ röhrend tanzen. Im Sinne von Brian Eno zeigen sich die Soundscapes von ´Dyatlov Pass´, bis sie von der elektrischen Gitarre im längsten Song des Albums überlagert und nahezu abgelöst werden.

Jim Matheos trägt sein neuestes Solo-Werk unter dem Banner TUESDAY THE SKY zu den Menschen. Ob es hinsichtlich musikalischer Kommunikation in trauter Zweisamkeit weit erfolgreicher als seine vorhergehenden Selbstfindungswerke werden wird, muss abgewartet werden. Weilt doch die vorletzte Generation überwiegend nicht mehr unter uns, verbleibt letztlich zur Begeisterung nunmehr die eigene.

(7 Punkte)

https://www.facebook.com/Tuesdaythesky/
www.tuesdaythesky.com




10.07.17
Von: Michael Haifl
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