BATTLEROAR - Blood Of Legends

2014 (Cruz Del Sur) - Stil: Heavy Metal


BACK TO THE GLORY OF EUROPA. Nach sechs langen Jahren der Finsternis sind die griechischen Epic-Metaller BATTLEROAR wieder zurück. Sechs Jahre - die auch der Sängersuche geschuldet waren, weil sich Marco Concoreggi nun als Mark Dexter bei DEXTER WARD (die mit `Metal Rites` die erste große Metal-Hymne des Jahrzehnts geschrieben haben) als Gesangsakrobat austobt - sind eine lange Zeit. Doch BATTLEROAR haben diese Zeit anscheinend gebraucht und wohl ausgiebig genutzt, um nun mit `Blood Of Legends´ ihr viertes Album zu veröffentlichen. Und dabei sind sie das Risiko eingegangen, mit Gerrit P. Mutz nicht nur die beste Metal-Stimme Mitteleuropas als neuen Sänger zu verpflichten, sondern aufgrund seines ungemein hohen Wiedererkennungswertes auch die Gefahr in Kauf zu nehmen, ihren vormals bekannten Stil allzu stark zu verändern. Aber das Risiko hat sich gelohnt, da das vorliegende Ergebnis allen Vorbehalten trotzt und für sich ganz alleine spricht.

Ein langes Instrumental (`Stormgiven`) eröffnet `Blood Of Legends` mit akustischen Gitarren und dem wunderbaren Spiel des fest integrierten Geigers Alex Papadiamantis, so dass fast die Atmosphäre des Geigenspiels von Georgi ´Joro´ Gogow erzeugt wird. Schon hier zeigt sich, dass BATTLEROAR einen gehörigen Schritt nach vorne gemacht haben. Mit `The Swords Are Drawn` legen sie am Anfang umgehend die erste Mitsinghymne vor. Die Schlacht kann beginnen und alle Recken reißen ihre Fäuste, sofern sie gerade keine Axt oder ein Schwert schwingen, gen Himmel. Die Geige verwöhnt den Beginn von `Poisened Well` und wechselt sich mit der Gitarre in der Melodieführung ab. Erstmals wird es epischer und Alex Papadiamantis trägt bei dieser Widmung an alle Verstorbenen ("Warriors, who fought your battles, all across this cruel world, the've died - long before, your fallen brothers gave their souls, and their lives - forget them not") gehörig dazu bei. Gerrit P. Mutz zeigt sich auch bei den ruhigen Momenten, die in den Höhepunkt des Songs übergehen, emotionsvoll. Dann bollern die Drums und die Gitarren wollen explodieren, doch die vollständige Eruption bleibt beim Titelstück der göttlichen Gesangslinie ("Beneath the full moon, cursed - doomed, let it be known, where the blood of legends flows") vorbehalten. Und wie so oft, schließt auch der Titelsong mit einem weiteren Part überraschend und einfallsreich ab. Das Tempo wird bei `Immortal Chariot` gehörig angezogen und verspricht eine „alle-Krieger-und-Recken-drehen-durch“-Reaktion. `The Curse Of Medusa` hat einen leichten Oriental-Touch, wobei die Geige einen nicht unbeträchtlichen Einfluss darauf hat, und lässt mit dem Gesang ("Sons of a mother doomed, what gain is life to me, oh to die and win release, quitting this loathed existence. I did bind that accursed one, by these strong oaths to me, oh to see him and his bride, brought of utter destruction") alle PSYCHOTIC WALTZ-Fans zum Erguss kommen, um letztlich in einem wilden Höllenritt seinen Ausklang zu finden. `Valkyries Above Us´ zeigt, wie man - auch mit nur einer Textzeile und der Änderung in ihrer Betonung - einen Refrain interessant gestalten kann. Trotz Einsatz der Viole wird man zudem von einer tollen Gitarrenmelodie und einer im Hintergrund lauernden morbiden Atmosphäre verwöhnt. Ein weiterer grandios kampfesdurstiger Song ist `Civalry`, bevor der Rhythmus von `Exile Eternal` ("Forever banned into exile eternal - exile eternal, forever banned - banned into exile") alle Recken und Kämpen geradezu tänzerisch vom Schlachtfeld treibt. Die Freiheit ruft ("I'm free - I'm free - yes - I'm free").

All ihre Metal-Brüder im Geiste - IRONSWORD, RAVENSIRE oder WOTAN - lassen BATTLEROAR mit `Blood Of Legends´ in der Ferne zurück. Dies ist auch nicht der einfache Barbaric-Metal südeuropäischer Prägung, dies ist purer Heavy Metal. Dies sind BATTLEROAR.

Mit großen Drums, wunderbarem Gitarren- sowie genialem Violinen-Spiel und einzigartigem Gesang, erschaffen BATTLEROAR ihre eigene Vision der stählernen Kunst.

Ein schwer zu übertreffendes Werk - nicht nur in diesem Jahr. Une grande œuvre d’art.

(9 Punkte)




23.05.14
Von: Michael Haifl
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