WOLFMOTHER, MOTHER`S CAKE

15.11.2016, Frankfurt, Batschkapp


Pics: Jürgen Tschamler

 

 

 

 

 

 

 

Innerhalb von acht Monaten laufen die australischen WOLFMOTHER erneut in Deutschland im Rahmen ihrer "Gypsy Caravan World Tour" auf, was verblüfft, aber auch freudig zur Kenntnis genommen werden darf. Denn das Trio ist Live eine echte Macht, hält große Songs bereit und war über die letzten Jahre hinweg durch recht selten hier unterwegs.

War man im Frühjahr im Schlachthof in Wiesbaden (Sold out), so spielte man nun in der Frankfurter Batschkapp auf, die ebenfalls Sold out meldete. Im Vorprogramm durfte das österreichische Trio MOTHER`S CAKE aufspielen. Kein leichtes Unterfangen für das Trio, ist seine Mucke nicht gerade massenkompatibel und unterscheidet sich grundlegend von der WOLFMOTHER`ischen Spielrichtung. In Kürze wird mit `No Rhyme No Reason`das dritte Album an den Start geschoben, das durch ausgefallene Songs und eine hohe Eigenständigkeit glänzt.

Der Mix aus Classic- sowie Prog-/Psychedlic Rock mit einer duftenden Note Funk Rock wirkt für das ungeübte Ohr anfangs verwirrend, sperrig und wenig fließend. Live spielt die Band dagegen deutlich drückender, härter, weniger filigran. Man geht schlicht stürmischer nach vorne. Sänger und Gitarrist Yves Krismer, mit seiner hohen Stimme, dominiert das Geschehen, wogegen Bassist Benedikt Trenkwalder durch viel Bewegung, ekstatisches Zucken und harte Bassgrooves auffällt. Die funkigen Passagen wirken manchmal unpässlich, gerade wenn das Trio aus den harten, klassischen Rockpassagen in eben diese funkigen Einlagen verfällt. Es dauert ein paar Songs bis die Leute mit dem Stil klarkommen und die Jungs sich deutlich hardrockiger geben, aber der Funke springt dann doch über. Spielerisch erste Sahne, gerade die fetten Powerparts mit Hard Rock-lastigen Riffs.

Beim letzten Song des Sets putzt Basser Benedikt mit seinem Shirt noch den Bühnenboden, während er auf seinem Bass rumhackt. Yves nimmt dies zum Anlass sich fast auf ihn zu schmeißen, denkt dann allerdings an sein Instrument und schruppt mit jenem dann über seinen Bandkumpel. Durchgeknalltes Ende eines erfrischend unterhaltsamen Sets, von einer jungen, talentierten Band, die man beachten sollte.

 

WOLFMOTHER sind da aus anderem Kaliber, alles wirkt ernster, wobei Bandleader Andrew Stockdale sich im Vergleich zum Wiesbaden Gig, deutlich relaxter und kommunikativer gibt. Ansonsten hat sich zum Gig im Frühjahr nichts geändert, weder bei der Lightshow, noch bei der Bühnenpräsenz, noch bei den Songs großartig. Drei/vier Songtitel wurden ausgetauscht, aber der allergrößte Teil des Sets war identisch mit dem aus dem Frühjahr.

Während Stockdale sich wie gewohnt wenig von seinem Mikro wegbewegt, liefert Basser und Keyboarder Ian Peres vollen Körpereinsatz. Bangen, Posen, Kaspern ist seine Devise, dabei immer ein stockernstes Gesicht.

Da fast der komplette Gig aus Songhighlights besteht, was ja eigentlich schon enorm für eine Band ist, die gerade einmal vier Alben veröffentlicht hat, wirkt die ganze Chose wie ein einziger Triumphzug. Was will die Konkurrenz auch Songgranaten wie `Woman`, `Apple Tree`, `Joker & The Thief`, `White Unicorn` oder `Another Dimension` oder `Victorious`entgegensetzen?

Stockdales Gesang ist wieder für jede Menge Gänsehaut gut, sein Gitarrenspiel schlicht überirdisch. Bei den größten Hits brüllt so ziemlich jeder in der Location mit, was dann doch immer mal wieder ein kurzes Grinsen auf Stockdales ansonsten steinernes Gesicht zaubert.

Wie schon im Frühjahr stellten sie klar, WOLFMOTHER sind immer noch die absolute Macht im Classic-/Retro Rock-Zirkus und daran wird sich lange nichts ändern. Well done.




21.11.16
Von: Jürgen Tschamler
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