WOLFMOTHER, ELECTRIC CITIZEN

23. April 2016, Wiesbaden, Schlachthof


 

 

 

 

 

 

 

Die WOLFMOTHER-Show, im Rahmen ihrer `Gypsy Caravan`-Tour, war schon seit Wochen ausverkauft, da konnte davon ausgegangen werden, dass das für Wuschelkopf Stockdale und seine beiden Mitstreiter eine Art Heimspiel werden würde. Und so war es dann auch. Aber der Reihe nach.

Punkt 20 Uhr betraten ELECTRIC CITIZEN unspektakulär und ohne große Beachtung die Bühne. Die Amis um Frontfrau und Blickfang Laura Dolan hatten sich für diese Tour mit einer Keyboarderin verstärkt, deren Einsatz aber durchweg von Bass und Gitarre überlagert wurde. Der Sound war dennoch sauber und hatte eine angenehme Lautstärke.

Das zweite Album der Band aus Ohio, `Higher Time` betitelt, hat zwar seinen offiziellen Release Termin erst Anfang Mai, aber Vinyl- und CD-Version gab es schon während dieser Shows zu kaufen. Allerdings mußte sich die Band den Preisvorgaben des Headliners fügen und so wurden 40 Euro für die Vinyl-Version aufgerufen! Verrückt! Solche Vorgaben gehören zum Leidwesen der Support Band leider zur Tagesordnung.

ELECTRIC CITIZEN nutzen die 30 Minuten Spielzeit gut, lieferten Songs vom Debüt `Sateen` sowie einige neue Stücke. Während Frontfrau Laura Dolan sich mit hippie-ähnlichen Tanzbewegungen in Szene setzte und mit ihrer hellen überragenden Stimme punktete, bewegte sich ihr Ehemann und Gitarrist fast gar nicht. Basser Randy Proctor poste dafür amtlich. Was die Truppe auf Platte liefert, konnte sie problemlos auch Live wiedergeben. Alles klang tight, sehr souverän und läßt auf eine Band mit ausgeprägter Liveerfahrung schließen.

Live kam gerade bei dem Material des Debüts  der hörbare BLACK SABBATH-Einschlag nicht sonderlich zum Tragen, was nicht weiter schlimm war. Vom neuen Album `Higher Time` wurden das schnellere `Golden Mean`, das klassische `Misery Keeper` sowie das fetzige `Evil` gespielt. Wobei letztgenannter Track den Gig beendete. 

Die Band kam sehr gut an und verließ die Bühne unter einem mehr als beachtlichen Lärmpegel seitens der Anwesenden. Die Amis konnten voll punkten und hatten sicher mehr als eine handvoll neuer Fans hinzugewonnen.

 

Nach einer 30-minütigen Umbaupause wurde das Licht endlich gedimmt und die drei Australier betraten unter einem enormem Begrüßungsgebrüll die Bühne. Was dann folgte waren 85 Minuten WOLFMOTHER vom Feinsten und es wurde deutlich, das Andrew Stockdale keine weitere Band neben sich auf dem Classic Rock Thron zulässt. 

Mit `Victorious` vom aktuellen gleichnamigen Album stieg das Trio ein. Stockdale, das zeigten schon die ersten Minuten, war in absolut grandioser stimmlicher Verfassung. Überraschend setzte man den Gig fort mit `New Moon Rising`, einem der besseren Songs des nicht wirklich guten `Cosmic Egg` Albums und haute dann mit dem Doppel `Woman` und  `Apple Tree` vom Klassikerdebüt ganz großes musikalisches Kino raus. Bei diesen Stücken stieg die Stimmung im Publikum immens an. Kaum einer, der nicht mitsang.

Stockdales Interaktion mit dem Publikum fiel äußerst gering in den 85 Minuten aus. Schlagzeuger Alex Carapetis wirkte hinter seinem Drumkit wie das Tier aus der Muppet Show, während Basser und Keyboarder Ian Peres schon beeindruckenden Körpereinsatz zeigte.

Die Setlist ist wenig ausgewogen. Vom umstrittenen, alternative-lastigen `New Crown` Album kommt nur `How Many Times` zum Zuge, während sich von erwähntem `Cosmic Egg` Album insgesamt nur drei Songs im Set wiederfanden. Musikalischer Schwerpunkt war ganz klar das aktuelle Album sowie das selbstbetitelte Klassikeralbum von 2005.

Die Band klang arschtight und lieferte wie am Fließband. Die Lightshow war eher minimalistisch ausgelegt und auf dem riesigen Backdrop fand sich das Cover des neuen Albums wieder. Der Schwerpunkt lag eben auf der Musik. Und die wurde nahezu perfekt geliefert. Gerade bei Klassikern wie `White Unicorn`, `Dimension`, `Vagabound` und dem abendschließenden `Joker & The Thief` war die Menge schon kurz vor dem kollektiven Ausrasten.

Stockdale bedankte sich am Set-Ende brav bei den Fans, die der Band das Gefühl gaben ein Heimspiel zu absolvieren. Dass seine Mimik während des Sets aber weitgehendst emotionslos blieb, sei nur nebenbei erwähnt. Überdeutlich wurde aber, wie schon zu Beginn erwähnt, dass das Trio in Topform ist und man sich den Classic Rock-Thron nicht so leicht abnehmen lässt.

Großartiger Abend von zwei erstklassigen Bands. 

 

 

 

 




25.04.16
Von: JT
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