UP THE HAMMERS XII

26. und 27. Mai 2017, Athen, Gagarin


Unterwegs in Sachen Metal - diesmal bei der mittlerweile ebenso legendären KIT-Brother-Veranstaltung im sonnigen Griechenland - die in einer neuen Räumlichkeit in die siebte Runde ging. Und das erwies sich als schlauer Schachzug, da spätestens bei den mächtigen CIRITH UNGOL nur noch wenig Platz im Eingangsbereich war - doch dazu später.

Nachdem mir sogar von vertrauenswürdigen Quellen aus den fernen US von A bescheinigt wurde, dass Griechenland und seine Fans 'Full Metal Country Number One' gleichkämen, war es allerhöchste Zeit, meine Holde Überstunden schieben zu lassen und danach mit angemessener Urlaubskasse diesem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Unter dem Motto 'Hellas, jassas, jamas' ließ sich eine internationale Gesandtschaft meiner immer größer werdenden 'Real Metal' Familie von einem Billing verwöhnen, welches einige sehr intensive Dosen fantastischsten Metals diverser Stilrichtungen - von alten und neuen Heroen in die Menge gefeuert - bot. An dieser Stelle ewigen Dank an die Hauptspaßgang von alten und neuen Freunden aus Belgien, Deutschland, Italien, Irland, Griechenland, Österreich und der Schweiz, um die aktiv spielende Gattung erst mal außen vor zu lassen - es geht ja sowieso gleich nur noch um euch...

 

PROLOG:

Eben diese feucht-fröhliche Familie war schuld daran, dass ich euch einen Eindruck von der Warm-Up Show mit SATAN'S FALL, INIQUITY, ENDLESS RECOVERY und BLACK SOUL HORDE schuldig bleiben muss. Zu der Zeit, als wir mit Essen, Trinken, Fachsimpeln, Lachbauchmuskeltraining und letztendlich der Begrüßungsrunde vorm AN CLUB fertig waren, meisterten bereits unsere Landsleute aus dem hohen Norden STORMWARRIOR in gewohnt professioneller Manier das Finale mit ihren melodischen Speedmetal-Krachern, die von den im Keller anwesenden Fans bereits frenetisch abgefeiert wurden. Ein Großteil der Metaller aus aller Welt rottete sich hauptsächlich vor dem Club zusammen, wohl auch um den unmetallischen Bierpreisen zu entfliehen. 'Let's make Greece great again' könnte das Motto gewesen sein, als nach der Anhebung des Eintrittspreises für die Akropolis (nun 20€) auch die Bierpreise (im AN CLUB 4€ für 0,3er Becher, tags später im GAGARIN 5€ für 0,4er Becher) getuned wurden und somit der Run aus den Clubs auf Kioske und Straßenhändler begann. Reines Trinkerproblem eben - fairerweise muss auch berichtet werden, dass ein 0,5er Fläschlein Wasser für sage und schreibe 50 cent zu haben war ... sollte ich über eine 'Straight Edge' - Zukunft nachdenken? Äääh - nein.

 

TAG 1 

Die Polen MONASTERIUM hatten die ehrvolle Aufgabe, Bierleichen als auch würdevoll aufgewachte Fans mit ihrem melodischen, epischen Doom in Festivalstimmung zu bringen, was auch sehr gut gelang. Noch etwas verhalten, fast ein wenig schüchtern boten sie Material von dem gelungenen, selbstbetitelten 2016er Debut inklusive einem musikalischen Geschenk an die Gastgeber über griechische Mythologie, dessen Titel mir leider entgangen ist. Guter Auftakt, ein bisschen mehr Aktivität on Stage bitte für die Zukunft - auch wenn niemand ständig rumrennende Axtmänner auf der Bühne bei Doom erwartet.

 

Erster Tag - zweite Band - erster Höhepunkt, der auch über den gesamten Konzertverlauf in der Pole Postion verbleiben sollte. RESISTANCE geben sowas von aufs Maul mit ihrem für mich teilweise an METAL CHURCH heranreichenden leicht thrashigen Powermetal. Live ins Auge springen neben dem grandiosen Shouter (mit fettem RESISTANCE-Tattoo auf dem Oberkörper - er meint es wohl sehr, sehr ernst) vor allem der sehr präsente Bassist Paul zu dem klasse Gitarrenduo Dan und Burke mit seinen langen Rastas, die alle aktiv durch Background-Shouts zu der überragenden Gesamtleistung beitragen. No Remorse, die in Kürze den dritten Longplayer rausbringen, haben somit ein weiteres extrem gutes Rennpferd im Stall. Meinen laut geforderten Favorit 'Mirrors Black' (CRIMSON GLORY Anfang!!) vom Zweitwerk gab's zwar nicht, aber mit 'Blackout' von den SCORPIONS hatte man noch eine coole Überraschung in der Hinterhand und entließ ein sehr durstiges Publikum zu den Tränken draußen (siehe PROLOG).

 

Erfreulicherweise ließen sich DIVINER von diesem Brett nicht beeindrucken und spielten enorm druckvoll auf. Sehr gut gefallen hat mir auf der rechten Flanke der bärtige Glatzenteufel mit dem groovy Namen Herc Booze. Bei diesem griechischen Heimspiel inklusive zweier Ex-s Recken war natürlich ein enormer Publikumszuwachs zu verzeichnen, der mit Ansagen in griechisch gewürdigt wurde. Hits wie 'Sacred War' und 'Evilizer' hoben sich meilenweit vom Wacken-Powermetal ab und begeisterten durch eine Intensität, die teilweise an MORGANA LEFAY Live-Niveau erinnerten. Well done!

 

'Full Speed Ahead' trifft wohl den Nagel auf den Kopf, wenn man das momentane Phänomen NIGHT DEMON in Worte fassen will. Egal, wie einem die Alben gefallen, auf der Bühne sind Armand (Guitars), Dusty (Drums) und Jarvis (Rumgerenne und der Rest) zur Zeit die drei - Entschuldigung - geilsten Motherfucker des Planeten. So unbekümmert natürlich nahmen mich einst nur die ganz frischen VOLBEAT mit auf die Reise, wenn auch in andere musikalische Gefilde. Diese faszinierenden Schwerstarbeiter gaben jedem, der es wissen wollte, die Bestätigung, dass es heuer kaum eine bessere Liveband in Sachen Double Flying V Guitar / Bass Attack gibt und an den Drums einst nur Chris Eftimiadis von RAGE härter hingelangt hat. Wie immer lud auch der NIGHT DEMON persönlich ein zum sprichwörtlichen Drink from 'The Chalice' bis nur noch 'Darkness Remains'. Zum fulminanten Abschluss mit IRON MAIDENs 'Wasted Years' gesellte sich sogar noch zum Warmsingen für den anstehenden Gig ATTACKER-Sänger Bobby 'Leather Lungs' Lucas dazu und peitschte die Menge zusätzlich an. Was ein Fest.

 

Wer nun dachte, dass solch ein hochklassiges Billing nicht ewig so weitergehen kann, wurde von den übermächtigen ATTACKER abermals eines Besseren belehrt. Schlicht unglaublich, was die Herren um zuvor bereits erwähnten äußerst respektablen Screamer hier an feinstem US Metal mit leichtem HELSTAR-Einschlag unter die Menge feuerten! Dazu an der Gitarre mit Mike Benetatos optisch der Traum aller Mädels, die auf Männer stehen. Passend zu den Werken des neuesten Streiches 'Sins Of The World' konnte ich erstmals dank des riesigen Backdrops begreifen, wie genial gesellschaftskritisch das komplette Cover der Scheibe wirklich ist. Die Sünden der Menschheit waren jedoch spätestens bei dem Klassiker 'Lords Of Thunder' vergessen, mit dem die hungrige Meute vollends zum Überkochen gebracht wurde. Bombe!

 

Hui. Wie mache ich das nun? Meine Mutter sagte immer: 'Bevor du was Negatives sagen musst, schweige lieber.' Leider zwingt mich mein hobbyjournalistischer Ethos dazu, nicht einfach die 'Ich-war-essen' oder 'Mich-hat's-in-der-Magengegend-gedrückt' (tat es aber sogleich) Karten auszuspielen. TYRANT - alle nicht-Amerikaner streichen und von den sechs übrigen reden wir über die kultigen Heavy Metal Guys aus Kalifornien - spielten - jeder für sich - aneinander vorbei. Sänger Glen, den ich vorher als einen der nettesten Zeitgenossen kennenlernen durfte, versicherte mir, dass er bildlich alle Guns voll mit Munition gepackt hatte und als das böse Spiel seinen Lauf nahm, fielen ihm laut eigener Aussage die Knarren aus der Hose und er wollte auf der Bühne umfallen und sterben. Rocky spielte sich tapfer durch seine leider zu laut schmerzhaft abgemischten Gitarrenparts, der Ersatzdrummer konnte nur anhand unbeeinträchtigten Publikumsgesängen erraten, in was für einem Song man sich gerade befand und Basser Greg tat, als ob nichts wäre. Er war es nämlich, der nach Wegfall des Stammdrummers aus privaten Gründen kurzerhand einen jungen Ersatz verpflichtete, welcher im Nachhinein feststellte, dass er ein Idiot sein müsse. Denn nur Idioten würden mit nach Griechenland fliegen, ohne eine einzige komplette Bandprobe erlebt zu haben - Glen lernte er nämlich ein paar Tage vorher am Pool erst kennen. Da halfen auch verzweifelt ironische Songtitelansagen wie 'The Battle Of Ouzogeddon' oder Gassenhauer a la 'Legions Of The Dead' nichts mehr ... obwohl trotzdem weiterhin mitgemacht wurde. Respekt vorm Publikum, aber es war 'Too Late to Pray'. Sorry.

 

ROSS THE BOSS hingegen wurde erwartungsgemäß trotz Sängerwechsels seiner Rolle als Headliner mehr als gerecht. Die Hymnen schreien ja förmlich nach der Patenschaft für alle Hämmer dieser Erde. Nach einem Killer wie 'Blood Of The Kings' wird UP THE HAMMERS gleich mehrfach vom 'Sign Of The Hammer' erschlagen: 'The Oath', 'Thor (The Powerhead)' und der Titelsong fegen JEDEN weg, nachdem das griechische Phänomen der lautesten Fangesänge bereits vorher schon mit 'Blood Of My Enemies' entfesselt wurde. Stimmlich war der Neue für Puristen vielleicht zu weit weg vom heiligen Eric, dies spielte jedoch kaum eine Rolle, da spätestens nach dem dritten Hit nur noch die Screams durch den Wahnsinn kamen und die trafen genau dort und so wie es sich gehört. Dazu sah man einen perfekten Entertainer, der mit der Kamera kaum einzufangen war. Der Rest vom Schützenfest ließ sich ebenfalls anstecken, besonders den Drumsound auf einem minimalistischen Kit fand ich sehr druckvoll. Ross bewies einmal mehr mit seiner publikumsnahen Art, dass er the one and only und darüberhinaus ein begnadeter Gitarrist und Songschreiber ist. Mit Nummern aus Zeiten von 'Gloves Of Metal' über 'Kill With Power' bis 'Hail And Kill' (und wieder: ´hold your Hammers high!´) und wieder zurück zu den obligatorischen 'Battle Hymns' gab es keine bessere Wahl für den Headliner des ersten Tages. Hail! Don't kill. Peace.

 

TAG 2 

Wir versammeln uns freudig erregt zum Finaltag in der neuen Location. Zur Bühne hin in mehrfachen Abschnitten durch Stufen abschüssig, auf der anderen Seite von einer Hufeisenförmigen Galerie umrahmt, findet fast jeder ein Plätzchen, um die großzügige Bühne einzusehen. Was fehlt, sind Sitzgelegenheiten - zum kurzen Entspannen bleibt nur der Bürgersteig. Egal, dank der mobilen Imbissinstitution 'Kantina' mit ihren fairen Bierpreisen ist in den Pausen sowieso der Großteil draußen.

LORD VIGO (empfiehlt heute übrigens WARFIELD aus heimatlichen Gefilden) betreten die Bühne. Mit einem soundtechnisch fetten Paukenschlag mitten auf die Zwölf erklären uns die mystischen Kautzdoomer mit ihrem mittlerweile zum Kultklassiker avancierten Opener 'Vigo Von Homburg Deutschendorf', dass sie unter karpatischer Sonne geboren und dabei auch wohl mit dieser unglaublichen Bühnenpräsenz ausgestattet wurden. Links Volguus, die Coolness in Person, der 'Blackborne Souls' mit seinem ureigenen Gitarrenstil zum einen im FIELDS OF THE NEPHILIM-Mittelpart akkustisch und später mit Epiksolo veredelt. Rechts Tony, der Flitzefinger, der sich mit wehendem Haar bei 'Eternal Savior' als fantastischer Twinleadsparringspartner für sein Gegenüber erweist. Mittig natürlich Vinz mit Spikehelm, Iron Glove und dieser außergewöhnlichen Stimme, die heute noch kräftiger erschallt. Getrieben vom gesichtslosen Murray, der stoisch sein Drumkit malträtiert. Nirgends und überall: Zuul, der Meister des Posing, der gegen Ende durch die Zuschauer seinen Amokrun startet und nicht mal vor der Empore zurückschreckt. Zur unheimlichen 'Ishtar - Queen Of The Night', gesellt sich der Horrorvideohit 'When The Bloodlust Draws On Me', bevor das 'Witchfinder General'-Cover dich wieder in die Realität entlässt. Ungeheuer intensiv.

 

Die zweite deutsche Staffel geht das Ganze von der lockeren, unbeschwerten Art an. BLIZZEN geben einfach Vollgas und haben einen passenden Titel für die versammelten Hammerfans im Gepäck: 'Strike The Hammer' trifft den Nagel voll auf den Kopf und die Jungs liefern ein traditionelles, mit shredderriffs gewürztes Metalbrett nach dem anderen ab. Gesanglich wird Stecki, der zudem noch den Bass bearbeitet, in Zukunft bestimmt noch ein paar Bricketts drauflegen, dennoch reißen Titel wie 'The Beast Is On Your Back' einfach mit. Schlagzeuger Gereon, der unermüdlich anpeitscht und das Gitarristenduo Andi und Marvin beteiligen sich alle am Background, was live einfach gut kommt. Als Cover werden die 'Metal Gods' von PRIEST kredenzt, bevor die Matten nochmal beim Betreten der 'Time Machine' komplett durchgeschüttelt werden. Geil!

 

Die italienischen Schlachtenaufbereiter von HOLY MARTYR ziehen musikalisch weitaus anspruchsvoller in die Schlacht als sehr massentaugliche Kriegsfürsten aus nordischen Landen. Ein bärenstarker Sänger erzählt mit seiner markanten Stimme von Heldenepen aus dem Gastgeberland, dem alten heimatlichen Imperium, aus Fernost und auch Mittelerde. Leider spielt die dazugehörige Legion live eher Standfußball, ausgenommen dem agilen Gitarristen auf der linken Flanke, der des öfteren über's Schlachtfeld zieht, um sich vom Wohlergehen der Truppen zu überzeugen. Die Songs bewegen sich alle auf überdurchschnittlichem Niveau, mir persönlich jedoch wiederholt sich das Angriffsmuster auf Dauer. Ein Intro mit Gesang, welches vom Band kommt, die Band zu lange mit dem Rücken zum Feld der Ehre stehen lässt und welches meiner Meinung auch live zu spielen gewesen wäre, entwaffnet mich und ich ziehe geschlagen von dannen. Vielleicht war ich auch einfach mal müde. Ansonsten: Amtlich.

 

From this day on we put our trust in THRUST! Wieder mal eine dieser Wundertüten, in denen du statt billiger Blechgimmicks in Gold gehüllten Stahl findest. 1984 eine Kultplatte gemacht...2015 wie Phönix aus der Asche auferstanden. Dies war mein Kenntnisstand vor dem Gig. Doch was kann ich nun live erwarten? Antwort: Einen metallischen Schlag in die Fresse, der dir das Grinsen hinter beide Ohren haut und den du jede Sekunde lang genießt! Unglaublich. Die Meute steht mit 'Fist Held High' vor und hinter einer Gruppe, bei der einfach alles stimmt. Joe - das Tier an den Drums - treibt Ray (Bass), die Gitarristen Angel und Urgestein Ron - der für klasse abwechslungsreiche Soli verantwortlich ist - zu einer top eingespielten, geschlossenen Gesamtleistung inklusive vereinter Backgroundshouts an, über der die messerscharfen Vocals und Screams eines ungeschliffenen Rohdiamanten namens Eric Claro peitschen. Wo holt der Mann diese animalischen Schreie her? Einerlei, die Hütte bebt bei Krachern wie 'Wasted', 'Metallic Attack' und dem unumgäglichen 'Posers Will Die'. US-Metal Fanatiker sprechen hinterher komplett begeistert sogar vom bis hierhin besten Gig des Festivals - eine der größten Überraschungen ist es, doch nur, um das Feld für die nächste zu bereiten.

 

Denn nun ist es Zeit für ein bisschen NWoBHM. Wann immer alte Engländer sich nochmal aufraffen, um die guten, alten Zeiten aufleben zu lassen, wird’s ernst. MYTHRA beweisen eindrucksvoll, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählen. Unbeeindruckt vom fulminanten Auftritt der Amis zaubern die Herren schön tight Hit nach Hit aus dem Hut. Das geschieht nicht unbemerkt, denn die Halle wird voller und voller. Neue Titel wie 'A Call To All' und 'Survival' stehen alten Klassikern a la 'Overlord' und 'The Age Of Machine' live in nichts nach und Abwechslung wird großgeschrieben - brillante, ausgefeilte Nummern wechseln sich mit Uptempoknallern und straighten Rockern ab. Die durch die Publikumsreaktionen katalysierte Spielfreude steht jedem Musiker ins Gesicht geschrieben. Grandios.

 

Jetzt ist es an der Zeit für die Lokalmatadore von INNER WISH, die mit 'Rain Of A Thousand Years' einen melodischen Powermetalreigen eröffnen. Leider leidet die Performance anfangs noch etwas an irgendwie verknarztem Sound und es ist weniger los als bei den beiden vorangegangenen Totalabräumern und ich habe den Eindruck, dass es unangenehm lauter wurde. Sehr Schade, denn George ist ein überzeugender Sänger, der zu keiner Zeit auf die Eier geht, mit Manolis (NICHT der Festivalboss) und Thimios verfügen INNER WISH über ein klasse Duo mit einem Händchen für herrliche Leads und Twingitarren ('Silent Faces') zu extrem druckvollen Doublebassorgien ('Broken'). Nach dem stimmungsbringenden, zweistimmig gesungenen Q5-Cover 'Lonely Lady' überzeugen besonders der Melodic-Schrubber 'Inner Strength', das anfangs JOURNEY-artig gesungene 'Needles In My Mind' und 'No Turning Back'. Und wenn ihr nächstes Mal den ultraüblen Odschool-Mitsingpart auf Oohoohoohoohoo weglasst, werden wir richtige Freunde.

 

Bring' eine sagenumwobene Combo nach Athen und das UP THE HAMMERS zeigt endgültig, was es kann. Der Siegeszug der legendären CIRITH UNGOL geht unvermindert weiter. War für mich das KIT die erste Erfüllung eines Jugendtraumes, so steht auch dieser Auftritt dem in nichts nach, nein toppt ihn sogar noch. Urdrummer Rob litt anscheinend in Lauda-Königshöfen für mich unmerklich an einer üblen Erkältung und konnte nach eigenen Angaben nur 50% geben. Tatsächlich wirkte seine Vorstellung hier noch kraftvoller, Tim weiß selbst nicht, wieso seine Stimme nach 25 Jahren Leerlauf immer noch unvermindert großartig croont, das ´Frost & Fire´-Urgestein Greg bildet an der Klampfe den tighten Ruhepol, Gitarrist Jim ist ein Tier und Jarvis - haha, was soll ich noch sagen? Tropfnass nach dem zweiten Song auch ohne gesangliche Zusatzanstrengung - dieser Irre gibt erneut alles.

So zeigen sie dem nun bis an den Eingang gefüllten Club mit 'I'm Alive' direkt, wer Kauzmetal gezeugt hat und ernten sofort tobenden Applaus und UNGOL Rufe. Wir 'Join(en) The Legion', bluten 'Blood & Iron', setzen uns mit '100 MPH' auf die 'Black Machine' und preschen durch 'Frost And Fire' über den 'Doomed Planet' bis unsere 'Fallen Idols' das 'Chaos Rising' ausrufen und das 'Paradise Lost' ist. Noch Fragen? Die Menge ist nicht mehr zu halten, CIRITH UNGOL spielen hervorragend gelaunt locker und flockig etliche Zugaben und haben sich neben den Meilensteinen ihrer Karriere endgültig dazu noch ein Live-Denkmal gesetzt. Punkt.

 

EPILOG:

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel - daher treffen sich verbliebene Bands und Metaltouristen gemeinsam mit dem griechischen Underground erneut im Underground des AN CLUBs, um gemeinsam die Aftershowparty zu begehen mit drei weiteren Bands, die unter der Patenschaft des Festivalchefs Manolis und seinen großartigen DEXTER WARD begangen wird.

Ein äußerst cooles Trio aus Italien namens ANGEL MARTYR macht den Auftakt zu einem würdigen Abschlussabend. Die durch die hoffentlich jedem geläufigen ETRUSGRAVE bekannten Tiziano 'Hammerhead' Sbaragli (Vocals & Guitar) und Francesco Taddei (Drums), sowie ihr Mitstreiter Dario 'Destroyer Rostix' (Bass) legen los wie einst RAGE in der ersten Dreierphase und begeistern restlos mit einem frischen Speedmetal vom diesjährig erschienenen ersten Longplayer, den ich nicht zuletzt wegen des überragenden Gesangs mit exzellenten Screams wärmstens empfehlen kann.

 

Danach darf dreimal in Folge Griechenland zeigen, was die einheimische Metalszene über das UP THE HAMMERS hinaus noch so bieten kann. THELEMA sorgt für Überraschungen mit ungewöhnlichen Stücken inklusive Keyboarder und mit diesem auch zweitem Sänger, die in den besten Momenten an AXEL RUDI PELL oder gar an die Tony Martin BLACK SABBATH-Ära erinnerten. Es fehlt manchmal etwas der rote Faden, da auch zuweilen powergemetallt wird, doch möglicherweise wird man von dieser Band noch was hören.

 

VALOR - die bereits seit 2004 aktiv sind und gerade ihren dritten Longplayer veröffentlicht haben - spielen für uns fern angereiste Freaks sozusagen eine Releaseparty ihres professionellen Epic-Powermetals. Es handelt sich dabei übrigens um die zwei ehemaligen BATTLEROAR-Mitglieder Chris (Bass) und Vaggelis (Vocals), die mit ihren Mannen ein letztes Mal vor dem großen Showdown die anwesenden internationalen Banger von der Qualität der griechischen Metalszene mit Bravour überzeugen.

 

Nun war es letztendlich Zeit für Organisator Manolis selbst mit seinen famosen DEXTER WARD die Bühne zu entern. Und was für eine Party! Wer spielt den feinsten US Metal weit und breit (ohne Ami zu sein)? DEXTER WARD! Wer ist der leidenschaftlichste Frontmann und Texte (sächsisch: Dexte)-Erklärbär? MARK DEXTER! Ja, Marco Concoreggi IST Metal und mit Manolis Karazeris befinden sich nun vier ehemalige BATTLEROARer im Raum. Metal liegt in der Luft.

Die Songs locken neben der kompletten THRUST-Belegschaft gar Männer mit Namen Tim Baker mittig VOR und Robert Garven seitlich AN den Bühnenrand. Klar, dass auch etwas gecovert wird und als bei MAIDENs Powerslave der 'Hammerhead' gesanglichen Beistand leistet, gibt es auch für einen jungen Freak namens Jarvis Leatherby kein Halten mehr und er röhrt enthemmt mit. Zum Abschluss gibt’s 'Back To Saigon' und wir werden uns langsam bewusst, dass eine verrückte, knappe Woche in Full Metal Country wirklich einmal zu Ende geht und uns diese Erinnerungen jedoch NIEMAND nimmt.

Bleibt nur noch zu sagen: Weiter so, UP THE HAMMERS - hold your hammers high!

Efkaristo, Manolis & Crew!!!

Und endlich mal Dank an meine one and only Karin, ohne die das alles nur halb so viel Spaß machen würde. Dafür, dass du all dies mitmachst und dafür, dass es dir sogar gefällt. A & F

 

https://www.up-the-hammers.gr

 




02.06.17
Von: Less Leßmeister
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