TYGERS OF PAN TANG, ROXXCALIBUR

4.10.2015 – Mannheim, 7er Club


Fotos: Jürgen Tschamler

Es bricht einem das Herz. Die letzten drei Clubshows, denen ich beiwohnte, hatten gerade einmal Besucherzahlen zwischen 60 bis 110 Leuten und dabei waren das erstklassige Tourpackages! Und auch an diesem Sonntagabend rafften sich gerade einmal knapp 80 Fans auf, um sich ein souveränes NWoBHM-Doppelgespann in Form von TYGERS OF PAN TANG und ROXXCALIBUR live reinzuföhnen. Was ist los? Vor der Glotze hocken und sich über youschrott den Kram dann reinziehen ... Muss man nicht verstehen.

Die Briten um Gitarrist Robb Weir, bekanntermaßen das einzige Original Mitglied bei den TYGERS OF PAN TANG, kamen mit deutlicher Verspätung aus Frankreich an, so dass der ganze Zeitplan knapp 45 nach hinten geschoben werden mußte.

Obwohl Neudi und seine Mannen von ROXXCALIBUR eigentlich aus dem Rhein-Main-Kreis kommen sind ihre Auftritte hier eher selten. Also durfte man gespannt sein, welche Songs aus den bisher zwei Veröffentlichungen sich im Set wiederfinden würden.

Spieltechnisch gab es nichts, absolut gar nichts zu bemängeln. Wieso auch, hier standen fünf echte Rampensäue auf der Bühne und ließen es krachen. Dazu kam ein sauber austarierter Sound, der den Songs mächtig Balls verlieh. Elf Songs lang gab es bekannten wie weniger bekannten NWoBHM auf die Ohren. Dass die Jungs Spaß hatten, war nicht zu übersehen bzw. zu überhören. Gepose, Gelache, Bock auf Rock.

Die Zutaten in Form von Klassikern der Marke `Blitzkrieg`, `Lady Of Mars`, `Atomic Rock` oder den beiden Höhepunkten `Don`t Break The Circle `sowie `See You In Hell` ließen die Hütte erbeben. `Don`t Break The Circle` wurde so tight runtergenagelt, das seinem die Kauleiste aus der Fassung fiel. Hammer.

Knapp 50 Minuten lang heizten ROXXCALIBUR vor und übergaben dann die Bühne an TYGERS OF PAN TANG. Diese machten von Beginn an klar, auch sie hatten Bock auf Rock und lieferten dementsprechend.

Bewegungsreiches Stageacting, gute Songauswahl und ein klarer, drückender Sound machten die knapp 70 Minuten zu einem echten Erlebnis. Ich hatte das Glück, die Briten in den letzten 3 Jahren bestimmt vier Mal live zu sehen und wurde jedes Mal von dieser positiven Ausstrahlung umgehauen. So auch wieder an diesem Abend.

Klassischer Einstieg mit `Gangland` und die Meute vor der Bühne wippte und bangte umgehend mit. Robb Weir grinste wie ein Honigbär und hatte sichtlich Spaß. Sänger Jacopo Meille kam einfach wieder sympathisch rüber und lieferte erneut eine äußerst beeindruckende Gesangsperformance. Was sich der Herr in den letzten Jahren verbessert hat ist unglaublich.

Mit `Rock Candy` hat sich inzwischen ein echt geiler Rocker von `Animal Instinct` im Set etablieren können, einer meiner Highlights muss ich gestehen. Zwei Mal überraschte man mit Medleys, die man weniger spektakulär begann und mit Highlights beendete.

Vom letzten Studioalbum `Ambush` kam einer der Übersongs des Albums zu Ehren: `Keeping Me Alive`! Was für eine fantastische Nummer und hier brillierte Sänger Meille mit einem gänsehauterzeugenden Gesang.

Klar, es fehlten auch „echte“ Klassiker wie `Insanity`, `Suzie Smiled`, `Don`t Touch Me There` oder ein fulminates `Hellbound` nicht. Präzise und tadellos zockten die Briten einen wirklich arschgeilen Gig runter und verabschiedeten sich mit `Love Potion No. 9`.

Das ist eigentlich mein einziger Kritikpunkt, dass man sich mit dieser wenig coolen Coverversion verabschiedete und keinen eigenen Knaller zum Ende des Gigs präsentierte. Aber was solls, ist jammern auf hohem Niveau, zumal alles andere an diesem Gig einfach nur geil war.

Schade, dass sich nur so wenige Leute einfanden, zumal die Briten ja nicht gerade dafür bekannt sind, an jeder erdenklichen Steckdose des Landes zu spielen.

Anzumerken ist eventuell noch, dass Sänger Jacopo Meille nach dem Gig bei einem sehr kurzen Gespräch erwähnte, dass das neue Album im Frühjahr 2016 erscheinen wird! Musikalisch ganz in der Tradition des Vorgängers! Man darf gespannt sein.




05.10.15
Von: Jürgen Tschamler
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