THUNDERMOTHER, SNAKEBITE

16.11.2016, Frankfurt, Nachtleben


Pics: Jürgen Tschamler

 

 

 

 

 

 

 

Selbstverständlich ist heute nichts mehr. Nicht einmal, dass man einen Club wie das kleine Nachtleben in Frankfurt ausverkauft.

Aber die schwedischen Damen von THUNDERMOTHER machen den Laden doch fett voll, so dass letztendlich ein 'Sold Out'-Schild über der Veranstaltung steht. Auf ihrer ersten „Headliner“-Tour spielen die schwedischen Rockbräute sogar fast nur vor ausverkauften Clubs. Das spricht für die Band und deren Ruf, den sie sich auf der Tour mit D.A.D. im Frühjahr erspielt haben.

Die Ladies strahlen dabei pures Selbstvertrauen aus, als sie die Bühne grinsend betreten. Sofort fällt einem auf, dass der Bass der kleinen, neuen Bassistin fast genauso groß wie die Lady selbst ist. Während man sich darüber Gedanken macht, haut das Gitarrendoppel Nässil/Carteri schon kräftig in die Saiten und die ersten AC/DC-ähnlichen Riffs hauen in der Clubatmosphäre ein.

Der harte Beat geht sofort über auf die schwitzende, gequetschte Menge in der Enge des Clubs. Zuletzt findet sich Sängerin Clare Cunningham auf der Bühne ein. Schick mit Sonnenbrille und wehender Mähne stachelt sie zugleich die Fans an. Mit ihrer rauen Stimme dominiert sie den fein austarierten Sound, bei dem es nichts zu bemängeln gibt. Man steigt mit `Man With Blues` ein, dem Opener des ersten Albums `Rock`n`Roll Desaster`, arbeitet sich bis zur Mitte des Sets durch Stücke wie `Thunderous`, `Cheers`, `Roadkill`, `FFWF` oder `Rock`n`Roll Sisterhood`. Mit `Hellevator` gibt es gar ein brandneues Stück vom geplanten dritten Album. Ein sehr gepflegter Scheitelzieher!

Aber auch `Deal With The Devil`, `Enemy` oder das fette `Thunder Machine` rütteln einen gut durch. Mit lockeren Sprüchen hält C.C. Kontakt zum Publikum, das der Dame fast schon aus der Hand frisst. Es wird gebangt was das Zeug hält.

                    

Die Mucke der Ladies bietet viel Bekanntes, erinnert immer wieder an AC/DC, AIRBOURNE, `77 oder rotzige KROKUS, jede Menge Hooklines und zwingend mitzugröhlende Refrains, die nicht selten Hitcharakter aufweisen. Während die zarte Figur am Bass recht passiv ihren Job verrichtet, rödeln Nässil und Carteri eifrig um die Wette. Gerade Nässli ist eine echten Rampensau und hängt den Rock`n`Roll Assi mit viel Fratzenziehen raus. Ihre Riffs hingegen sind absolut präzise. Und fast vor Ende des Gigs hüpft sie von der Bühne ins Publikum und arbeitet sich quer durch die inzwischen kleine Nasszelle. THUNDERMOTHER liefern also perfekt für das was sie stehen. Und erneut tritt eine All-Girl Truppe den Beweis an, das auch Mädels des R`n`R Teufel in sich haben.

 

Als Opener fungierten SNAKEBITE aus Essen. Das Quartett mischte den Laden nur bedingt mit seinem recht altbackenen, leicht Glam-/Sleazigen Hard Rock auf. Simple Songs mit viel Klischee und wenig Eigenständigkeit. Parallelen zu STEEL PANTHER scheinen gewünscht. Es dauerte eine Weile bis die Jungs bei den Leuten Punkte sammeln konnte. Aber gegen Schluss hin hatte man doch den größten Teil der Anwesenden überzeugen können.




19.11.16
Von: Jürgen Tschamler
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