SWORDBROTHERS FESTIVAL 2013

14.09.2013 Andernach, JUZ


Livefotos: Martin Brandt

Gleich nach dem diesjährigen Festival ließen die Macher des Swordbrothers die Bombe platzen, im nächsten Jahr (am 13.09.2014) wird das Festival zum letzten Mal in Andernach stattfinden. Was doppelt schade ist, denn das anvisierte Line Up liest sich sehr stark: Jack Starr´s BURNING STARR, OSTROGOTH, STEELCLAD, FIRE FORCE, AIR RAID, HEAVENWARD, VORTEX (35 Years Anniversary Show), HERETIC und ATTACKER werden den Fans den Abschied versüßen.

So ganz unverständlich ist das Ende des SBF nicht, denn auch 2013 konnte man keine 500 Fans motivieren sich die gebuchten Bands anzusehen. Aber ich kann nur attestieren, wer nicht da war, der hat wirklich was verpasst.
Leider hatten die US Metaller von INVADER (auf die ich mich sehr gefreut hatte) kurzfristig abgesagt, statt einer Ersatzband, die auf die Schnelle wohl nicht zu organisieren war, durften die verbliebenen Bands etwas länger musizieren.

LORD VOLTURE:

Den Opener machten die - 2010 von Sänger und Bandkopf David Marcelis aus der Taufe gehobenen – holländischen, melodischen Metaller von LORD VOLTURE, die u.a. Songs ihrer beiden Alben ‚Beast Of Thunder’ (2010) und ‚Never Cry Wolf’ (2011) präsentierten. Die jungen Niederländer waren ein unspektakulärer, aber durchaus passender Opener.

 

LORD VOLTURE Setlist:

Where The Enemy Sleep
Wendigo
The Pugilist
Taiga
The Wolf At Your Door
Line ‘Em Up!
Hearts Of Steel

IRON KNIGHTS:

Als nächstes folgten die Briten von IRON KNIGHTS (ehemals STUKA SQUADRON), die kurz vor diesem Auftritt ihre Band komplett reformiert hatten. Nach der 2013er Tour im Vorprogramm von VICIOUS RUMORS blieben nur noch Basser Paul „Beam“ Robbie und Drummer Larry Paterson übrig, die beim SBF ihren ersten Gig mit den neuen Mitgliedern Jay Parmar (g) und Jamie Gibson (v) absolvierten. Für eine Premiere kann man das Konzert der IRON KNIGHTS wohl als gelungen ansehen, ebenso wie ihre Vorgänger von LORD VOLTURE konnten die eisernen Ritter dem Publikum aber nicht mehr als einen Höflichkeitsapplaus entlocken.

 

IRON KNIGHTS Setlist:

Intro
Destroyer
Mind Games
Bloodstorm
Falling From Grace
Jericho
Messenger

BLITZKRIEG:

Ein ganz anderes Kaliber waren dann die NWOBHM Heroen von BLITZKRIEG, die zwar auch ein neues Line Up präsentierten, aber einfach auf die besseren Songs zurückgreifen können. Mainman Brian Ross begeisterte die Fans mit Tracks aus der langjährigen Karriere von der ‚Buried Alive’ Single bis zum neuen Album ‚Back From Hell’, das ausgiebig vorgestellt wurde. An der Gitarre präsentierte er darüber hinaus noch stolz seinen Sohn Alan Ross, der seine Sache gut machte und standesgemäß ein großes BLITZKRIEG Tattoo auf dem Oberarm trug. Hätte die Band nicht am gleichen Tag noch andere Verpflichtungen gehabt und musste daher so früh spielen, so wären BLITZKRIEG in dieser Verfassung durchaus Headliner-würdig gewesen.

 

BLITZKRIEG Setlist:

Armageddon
The Wraith
Back From Hell
V
We’ll Rock Forever
Pull The Trigger
Sahara
Call For The Priest
Inferno
We Have Assumed Control
Buried Alive
Blitzkrieg

IN AEVUM AGERE:

Ich muss zugeben, dass ich ein großer Fan der italienischen Power Doomer von IN AEVUM AGERE bin. Durch ihre CDs sind die Mannen um Bandkopf Bruno Masulli für mich zu einer der besten Newcomerbands der letzten Jahre geworden und der Swordbrothers Auftritt war meine erste Möglichkeit, die Band mal live zu erleben, also erwartet jetzt bloß keine objektiven Bericht der Ereignisse. Ich gebe zu, der Sound war deutlich suboptimal und der – neu zusammen gesetzten – Band war anzumerken, dass sie noch nicht über eine Große Live-Routine verfügt, aber trotzdem war ich begeistert, die Hammertracks der Italiener einmal live erleben zu dürfen. Stimmlich hatte Bruno die Sachen, trotz der Doppelbelastung als Gitarrist und Sänger, voll drauf und obwohl sicher Verbesserungspotential besteht, waren IN AEVUM AGERE für mich ein absolutes Highlight.

 

IN AEVUM AGERE Setlist:

Apertum
From The Depth Of Soul
In Aevum Agere
Infiquitous Judgment
The Shadow Tower
Leave Me Alone
Act Of Faith
Labyrinth Of Emptiness
Son Of Unknown

BLOOD FIRE DEATH:

Ich bin kein großer Fan von Coverbands und von BATHORY eigentlich auch nicht. Als dann BLOOD FIRE DEATH auch noch optisch aussahen wie eine Gruppe katholischer Musiklehrer auf Wochendfreizeit, habe ich schon richtig Schwarz gesehen, aber dann kam es doch ganz anders. BLOOD FIRE DEATH lieferten richtig solide ab und spielten glücklicherweise Songs aus der BATHORY Ära, die mir noch am ehesten zusagt. Mit musikalischer Kompetenz (und einem wieder überraschend gutem Sound) begeisterte die Band das Publikum mit Hits wie z.B. ‚One Rode To Asa Bay’. Die Jungs waren ein Hinweis an mich, ein Buch nicht nach dem Cover zu beurteilen und vielleicht die größte positive Überraschung des Festivals (Ich bin noch etwas unschlüssig, wie ich den Fakt beurteilen soll, dass sie am Merchandise selbst gemachte Marmelade angeboten haben … vielleicht am besten gar nicht).

 

BLOOD FIRE DEATH Setlist:

Twilight Of The Gods
Under The Runes
Father To Son
One Rode To Asa Bay
Blood Fire Death
The Lake

JUTTA WEINHOLD BAND:

Im Gespräch kurz vor dem Auftritt meldete der neue Basser Carsten Meyer (Ex-CRYSTAL SHARK) noch kurz Bedenken an, ob Jutta Weinhold überhaupt zum Swordbrothers passen würde, aber schon nach den ersten paar Noten dürften diese verflogen sein, denn Jutta passte wie Arsch auf Eimer. Zusammen mit ihrem alten Kult-Drummer Bubi The Schmied tauchte die Grand Dame des teutonischen Heavy Metals stimmgewaltig in ihre ZED YAGO und VELVET VIPER Vergangenheit ein und wurde dafür vom Swordbrothers Publikum abgefeiert. Nicht nur der beste Sound des gesamten Festivals, sondern auch noch einer der größten Hits (‚Black Bone Song’) gehörten der Powerröhre, der man ihre 65 Lebensjahre keine Sekunde lang anmerkte.

 

JUTTA WEINHOLD BAND

Zed Yago
Beacon Light
Modern Knights
Merlin
The Spell From Over Yonder
Rockin’ For The Nation
The Pale Man
Stay The Course
Highland Queen
Millstone Of Rage
Black Bone Song
Rebel Ladies

REBELLION:

Neben den beiden Openern waren REBELLION für mich persönlich, die Band auf die ich noch am ehesten hätte verzichten können. Zwar ist Sänger Michael Seiffert stimmlich eine Bank, aber seine anderen Bands/Projekte wie XIRON oder BLACK DESTINY haben mir immer besser gefallen als dieser GRAVE DIGGER Nachklapp. Die mittlerweile sechs Alben der Truppe, lege ich so gut wie nie auf und das scheint der Band ähnlich zu gehen, denn außer ‚Born A Rebel’ und dem obligatorischen Cover von ‚Rebellion (The Clans Are Marching)’ stammte das gesamte dargebotene Songmaterial nur von den drei letzten Veröffentlichungen. REBELLION brachten eine solide Live-Leistung, die einigen anwesenden Fans offensichtlich mehr zusagte als mir.

 

REBELLION Setlist:

Rest In Peace
Ala Germanica
Odin
Arise
War
The Seeress Tower
Kiew
Sweden
Born A Rebel
Vae Victis
Rebellion
Einherjar

SHADOW KEEP:

Einen Auftritt, den ich kaum erwarten konnte, waren dagegen die Briten von SHADOWKEEP und ihr (zurückgekehrter) belgischer Sänger Rogue Marechel. Auch hier störte ein schwacher Sound leider den Hörgenuss und die fehlende Routine war ebenso hörbar (die Band wirkte ein wenig untight). Nichtsdestotrotz boten Nicki Robson (g) und Co. einen guten Gig und einen Querschnitt durch ihre bisherigen drei Studioalben. Auch das während Rogues Abwesenheit eingespielte ‚The Hourglass Effect’ wurde nicht vernachlässigt. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Album der Combo.

 

SHADOWKEEP Setlist:

Shadowkeep
Corruption Within
Beware The Signs
Riot On Earth
Believe
Chaosgenesis
Waiting For Call
A Distant Paradox
The Silver Sword
Incisor
Lucifer’s Pastime
Dark Tower

MORGANA LEFAY:

Ich muss ehrlich sagen, nach vier Stunden Autofahrt und gut zehn Stunden Heavy Metal war vor dem Beginn von MORGANA LEFAY mein Akku ziemlich am Ende und ich hatte die Befürchtung, dass die Schweden den auch nicht wieder aufladen könnten. Ich gebe zu, es war nicht ihre Schuld, Charles Rytkönen (v) und seine Truppe legte eine gute Energieleistung an den Tag und wurde vom Publikum für den Auftritt euphorisch aufgenommen. Live waren die Schweden ja schon immer ein Brett und es schadet natürlich nicht, wenn man auf ca. 10 Studioalben an Material (inkl. der LEFAY Veröffentlichungen) zurückgreifen kann. Obwohl mir einige Stücke (z.B. ‚The Source Of Pain’, ‚To Isengard’ oder ‚Maleficum’) sehr gut gefallen, fehlt mir bei anderen die zwingenden Melodien. Einige Songs sind mir einfach (insbesondere live) zu thrash-lastig. Außerdem halte ich MORGANA LEFAY einfach nicht für Headliner würdig (auch nicht für ein eher kleines Festival wie dem Swordbrothers), aber das sahen Jene, die spätnachts sogar noch eine Zugabe forderten wohl anders.

 

MORGANA LEFAY Setlist:

The Source Of Pain
End Of Living
Master Of The Masquerade
Rooms Of Sleep
Another Dawn
When Gargoyles Fly
Victim Of The Inquisition
Face Of Fear
Angels Deceit
Save Our Souls
Nowhere Island
The Boon He Gives
To Isengard
I Roam
Hollow / Knowing Just As I
Symphony Of The Damned
In The Court Of The Crimson King
Maleficium
State Of Intoxication




29.09.13
Von: Martin Brandt
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