ROCK HARD FESTIVAL 2017

18. - 20. Mai, Gelsenkirchen, Amphitheater


Quo Vadis Rock Hard? Nirgendwohin, denn eine der abwechslungsreichsten Partys in DER schönsten Location seit es Open Airs gibt, hat auch zum fünfzehnten Mal alles richtig gemacht und wenn die Unkenrufe um mich herum zu laut werden, ist es an der Zeit, eine Lanze zu brechen für Holger und sein Team.

Wie auch YES in den Achtzigern 'Changes' ausgerufen haben, gab es eine große Veränderung, die bei vielen Hartwürsten Unverständnis hervorbrachte, die multikulturelle Fraktion aber noch freudiger stimmte. Der 'Black Friday', welcher in den letzten Jahren doch eher Thrash-/Death- und Blackorientiert war, wurde dem recht gemischten Samstags- und Sonntagsprogramm angeglichen, sodass an allen drei Tagen ausgewogene eisenhaltige Kost aller Couleur aufgetischt wurde. Auch wenn ich die traditionelle Ruhrpottszene etwas vermisst habe, wurde wieder mal ein exzellentes Billing verpflichtet. Da ich mich nach meinen letzten Legendenaufbereitungs- und Liveberichteskapaden verstärkt meinen ehelichen Pflichten widmen will (Love is the key!), versuche ich Euch einen sehr kompakten Shorty zu liefern, Schweigen ist bei dieser feinen Veranstaltung aber auf keinen Fall drin.

TAG 1

Unsere deutsch-dänische WG lacht mittlerweile nur noch, wenn ich nach Bezug unseres Metal-Appartements und Einräumen des Kühlschrankes erwähne, dass wir uns beeilen müssen, um die Ansprache nicht zu verpassen. Offensichtliche Mobbingtrödelei, um mich hinzuhalten und die neue Unterkunft, die öffentliche Verkehrsmittel erfordert, ist meine einzige Entschuldigung, die hervorragenden Jungthrasher von DUST BOLT verpasst zu haben. Auch Bändchenausgabe und Eingangskontrolle waren am ersten Tag sehr zufriedenstellend gelöst, half aber alles nix - die bereits drei Longplayer (mit klasse Covern) erfahrenen Bajuwaren und ihre ANNIHILATOR-Rifforgien waren bereits ROCK HARD Geschichte, als wir in die Arena einzogen.

 

ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER lassen danach die Trauer vergessen mit einem unglaublich unprätentiös gespielten klassischen Hardrock mit Blueseinflüssen, bei dem ich nicht unbedingt die allgemeine THIN LIZZY-Karte ziehen möchte - sehr frisch und unverbraucht lassen sie die 'Good Times' rollen.

 

Danach geben MANTAR ihre famose 'two man show', die jedem Bassisten einem Schlag ins Gesicht gleichkommen sollte. Dieses energetische 'Dynamic Duo' lässt die tiefen Töne zu keinster Zeit vermissen. Was spielen sie eigentlich? Wenn es sowas wie die Punks in der Death-/Blackszene gibt, dann dieses ungleiche Paar, aber auf musikalisch unpunkig hohem Niveau mit extremem Energielevel. Stark!

 

THE DEAD DAISIES werden als 'Allstars' ihren Vorschusslorbeeren mit einer wahren Soundexplosion und dem erwartungsgemäß ultraprofessionellen Stageacting mehr als gerecht. Sehr schön, wenn alte Hardrockhasen mit sichtlichem Spaß bei der Sache sind. Manch' einem von den Riffs her zu simpel, war Frauchen doch ziemlich aus dem Häuschen und vermerkte ihren persönlichen Höhepunkt des ersten Tages, dem ich später in Ausübung meiner ehelichen Pflicht dennoch nichts mehr entgegensetzen konnte.

 

Die aktuelle CANDLEMASS-Besetzung wird die Geister auf ewig scheiden. Für die Hardliner wird es weiterhin kein Live-Leben geben nach Messiah und Rob - trotz der unumstrittenen Präsenz- und Vokalqualitäten von Mats. „Er ist geil, passt aber nicht zu CANDLEMASS“, höre ich bei JEDEM Gig aus irgendeiner Ecke ... einerlei, die CANCELMASS (remember Vulkan-Absage) Häme ist abgestreift, die besten Melodic Doom-Nummern hat man sowieso und ich freue mich einfach immer wieder ... wäre da nicht dieser unsäglich grauenhaft basslastige Sound vor der Bühne, der mich gegen meinen inneren Huldigungswillen nach oben flüchten lässt und selbst dort noch Sodbrennen hervorruft. Verflixt - vermixt!

 

Die große Headlinerdiskussion des ersten Tages betritt die Bretter und beantwortet mit einem fulminanten Auftritt für mich die Frage: Verdient? JA! Auch ich lutsche die euphorischen Anfangspillen mittlerweile nicht mehr so häufig, jedoch spielen die BLUES PILLS heute mit stimmigem Hintergrund eine der Shows ihres Lebens und allen voran die anbetungswürdige ADHS (positivst gemeint) Göttin Elin zeigt die geballteste Leidenschaft auf der Bühne. „Iss doch kein Hard Rock!“ Möglicherweise, rockt aber extrem hard und lässt mich sehr zufrieden mit meinen Mitbewohnern gen Windsor Bar ziehen (hier in der geilsten 70s Bar in Gelsenkirchen ist die Zeit nämlich genau dann stehengeblieben und Hansi hat noch jeden zu jeder Uhrzeit sattbekommen), in der ich dann noch unverschuldet thrashunterzuckert ein Hühnchen mit ihnen zu rupfen habe, was jedoch durch leckere Drinks sanft ausgeht - Merete hatte ja auch noch Geburtstag. Schwamm drüber ... aaaaaber morgen pünktlich.

 

TAG 2

MONUMENT zogen gleich mal richtig Leute - die Zeiten, als man verloren, aber entspannt auf Du und Du der Band im vorderen Bühnenbereich gegenüberstand, sind eindeutig vorbei. Was auch wieder für die Qualität der Bandauswahl spricht. Weitaus weniger MAIDEN orientiert als erwartet, erspielen sich die Startabräumer tosende Publikumsreaktionen und feuern nicht nur gleich Pyros, sondern auch mal ein längst nicht mehr gehörtes RUNNING WILD Riff-in die Menge. Großes Morgenkino!

 

Mit ihrem überragend-überraschenden aktuellen Album 'Starless' haben KETZER meine Vorfreude in schwindelnde Höhen getrieben. Black'n'What? Roll? Doom? Thrash? Metal? Death? Geil. Solche Ausnahmeerscheinungen halten die Szene lebendig und machen auch live mächtig Eindruck. Hören die eigentlich noch auf ihre Blacknamen? Keine Ahnung - ich sage dann mal einfach, dass ich dem Sänger in Absprache mit meinen skandinavischen Freunden auch das Viking Siegel verpassen würde. Düsternis kann sooo schön klingen gegen zwei im Pott. High Noon sozusagen.

 

Wie bekommt man TOTO, FOREIGNER und SURVIVOR dazu, auf einem Festival zu spielen und dann auch noch gleichzeitig? Warum entwickle ich ein Faible für Stewardessen in Pflaume - oder ist es Lila? Wieso denke ich daran, mir demnächst ein buntes Sakko zuzulegen? Und wieso wippt mein kompletter Unterleib autark zu feinen Classic Rock-Klängen? The answer, my friend is NOT blowing in the wind - THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hebt in den höchsten Tönen der goldenen Achtziger ab. Leider muss ich auch an dieser Stelle erwähnen, dass der Sound direkt vor der Bühne gerade bei so einer Band differenzierter hätte sein müssen und das Bassproblem hochschubberte. Gottseidank platzte meinem Kumpel Roman der Kragen ob der gebotenen musikalischen Finesse und nach einer persönlichen Abmahnung für den Soundmixer mit jedoch konstruktiver Kritik wurde dies wirklich im Verlauf besser. Ich bin zwar Techniker, habe aber keinen Schimmer , ob es bei dieser Größenordnung nicht auch möglich wäre, einen Soundmann mit Pad ins Publikum zu schicken, wie moderne Mischer das in kleinen Clubs bereits erfolgreich tun - sogar in Kaiserslautern. Egal, Music is the Key und THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA haben mit ihrer Musik, die keiner mehr spielt, mein Oldschoolherz geöffnet und ich werde auch den nächsten 'Rocky' schauen - gesetzt den Fall, die machen den Titelsong. Happy landing!

 

SKYCLAD ohne Walkyier (tatsächlich IMMER noch ein Thema für einige) aber auch ohne Geigerin. Kann das funktionieren? Und wie das kann. Und darüber hinaus mit einer stimmigen Songauswahl aus einer beispiellosen Discografie zeigen die Godfathers des Folkmetal mit Betonung auf Metal wer die NEW MODEL ARMY unserer Musik sind, denn gerade die kritischen, intelligenten Texte legen die Parallele zu den Indiegöttern nahe. Dieses spielfreudige Fest im 'Parliament Of Fools' zieht auch mich in seinen Bann, lässt mich meine Erziehung vergessen und bringt das fertig, was Jahre vorher nur FORBIDDEN bei mir schafften: Ich begebe mich in einen Rausch fröhlich-friedlichen Slamdancings. Mein persönlicher Höhepunkt.

Ectasy and Agony - der danach exorbitante Durst und der dringende Bedarf an isotonischen Erfrischungen führt zum zweiten individuellen Supergau: ASPHYX und EXODUS bekommen beide keine Chance, mir die Nackenwirbel zu verbiegen. War ich bei den ersten genial-brachialen Klängen der niederländisch-deutschen Doom-Deather ASPHYX noch zuversichtlich, wenigstens die letzte Hälfte mitzubekommen, musste ich mir spätestens nach den letzten EXODUS- Jubelschreien letztendlich eingestehen: OK, vielleicht braucht jeder mal eine Pause und auch 'uns' DORO hat ja schon erklärt: „Freunde geh'n mir über alles“ - so entspannte ich mich also (recht unentspannt) in netter Gesellschaft mit Longdrinks im einzigartigen Biergarten (von manchen 'Bermuda Dreieck' genannt), jedoch nicht ohne jedem alle fünf Minuten auf die Nüsse zu gehen, dass ich unbedingt wieder vor die Bühne müsse (fragt den mächtigen Volguus oder Mad 'Witchnailer' Butcher, wenn ihr mir die Panik nicht abnehmt). Selbst der Versuch auf SLAYER - Lockrufart meine Sparringspartner mit einem EEEXOOODUUUS zu bewegen, fruchtete nicht. Zeugenaussagen zufolge gaben beide Bands mal wieder alles - die letzteren konnten sogar altgedienten, seriösen Journalisten die Stimmbänder total versauen...und das soll was heißen.

 

Back on Track - ein Blick auf die Bühne, ein kurzes W.T.F.? - gefolgt von einem Riesengrinsen und der Gewissheit: Jetzt geht die Party richtig los. D-A-D liefern das Bühnenbild des Tages. Viele Freunde aus sämtlichen Teilen der Republik nennen schon seit Jahren das ROCK HARD FESTIVAL und die Location liebevoll 'Unser Metal-Wohnzimmer' - D-A-D bringen ihres einfach mit.

Eine überdimensionale Couch (!) mit Lampenschirmen (!!) dahinter beherbergt das Drumkit und bietet dem diesmal dauerhaft im Pilotenkostüm festgeklebten Stig 'Nasty' wieder bestens Gelegenheit zum Klettern und fürs Bassposing mit seinen zweisaitigen Customschätzchen. Jesper begeistert wie immer mit deutschen Ansagen und Spiel mit dem Publikum, Hits hamm'se, Spass hamm'se, tight sann'se - D-A-D sind einfach eine Bank (oh weh - das ist ja heutzutage eher kein ehrenhafter Vergleich mehr) und schmeißen noch immer the best damned Party at the Rim of Hell - oder direkt am Rhein-Herne-Kanal.

 

Es ist fast noch zu hell, als der ebenfalls verdiente Headliner des zweiten Tages BEHEMOTH in lauschiger Atmosphäre mit seiner mächtigen Zeremonie beginnt. Und wieder spaltet sich die Gemeinde in wahre Oldschool Polterjünger und Musikfans, die dem Black Metal seine bombastischen Showelemente und spielerischen Anspruch zugestehen wie auch bei DIMMU BORGIR. BEHEMOTH erzeugen eine Atmosphäre, die im Independentuniversum ausschließlich FIELDS OF THE NEPHILIM kreieren können. Technisch brillant performte Songs, ein üppiges Schlagzeug, welches erstklassig genutzt wird - das ist Black Metal als Kunstform. Massenkompatibel? Ach kommt schon, wir preisen alle denselben Belzebub aus dem gleichen Erdenloch, ob es rumpelnd oder hochkarätig durchgezogen wird. O Father O Satan O Sun!

TAG 3

Kommen wir zum ersten großen Kritikpunkt des Festivals. Ich habe das morgendliche Zeitmanagement meiner Wohngemeinschaft fest im Griff, der Bustransfer klappt wie am Schnürchen, die Stimmung und Vorfreude auf die momentan live kaum zu schlagenden NIGHT DEMON ist unermesslich bis ... ich beim Anblick der Schlange an den unschönen Sommeralltag eines jeden Erlebnisparks bei der Wasserattraktion erinnert werde: 'Wartezeit ab hier: 1 ½ Stunden' - könnte auf einem Infoschild gestanden haben. Der Plan, NIGHT DEMON als Opener zu setzen und somit die Hütte direkt Mittags schon voll zu haben, war ein brillanter Schachzug, dann muss das Gatter der Feste aber mindestens eine Stunde vorher hochgezogen werden und die königlichen Wachen einen Plan B bei diesem Andrang aus der Rüstung ziehen. Ich kann mich nur auf Augenzeugenberichte verlassen, die ganz vorne waren und eine Viertelstunde vor Beginn am Eingang keinerlei Menschenbewegung gesehen haben. Ich konnte meinen Mitstreitern nach kurzer Einschätzung der Lage und mehrfachen Abschreitens der versammelten Truppen nur den Rückzugsbefehl an die Whiskybastion nahelegen, wo wir unsere Gemüter nach Totalausverkauf des diesjährigen Festival-In-Drinks Pear Cider mit einem Kirschbier kühlten. Schlachtbeobachter konnten mir aber versichern, dass Jarvis & Co zu jeder Tages-und Nachtzeit komplett abräumen können. Was auch zu erwarten war.

 

Mmmh - immer, wenn ich mich aufrege, werden die Berichte länger - also back to short: Wohltuende Blutdrucksenkung kann nur durch BLOOD CEREMONY erreicht werden, wenn - verzeiht die zweideutige Bildsprache eines Vergleichsversuchs - STEVIE NICKS den IAN ANDERSON bläst. Hört sich nicht korrekt an, ist aber so. Sängerin und Flötistin Alia und ihre Combo ziehen alle in den Bann, die sich dieser einmaligen Zeremonie öffnen. Wieder eine dieser großartigen Bands, die ihre ohnehin brillanten Alben auf der Bühne umso stimmungsvoller umsetzt und live erst beweist, was es richtig kann. Verliebt in Alia O'Brien(s blaues Kleid).

 

Ich könnte weinen vor Freude, denn abwechslungsreicher könnte dieser Sonntag kaum beginnen. SECRETS OF THE MOON reißen uns durch ihre mächtigen Soundcollagen wieder zurück in die Realität und beschallen die Arena mit einer mystisch unheilvollen Stimmung, bei der der einzige Feind das Tageslicht ist. Aber 'Sun' lässt sich ja zu Hause auch im Dunkeln abspielen ...

 

Kleine Anekdote vorweg: Im Gespräch mit meinen Musikautisten fiel bereits freitags der Ausspruch: „DEMON könnten auch mal wieder kommen.“ Ich: „Du meinst wohl Sonntag?“ Autist 1: „WAAAS - die sind dabei?“ Autist 2: „GEEEIIIL!“. Soviel zu aktiver Konzertvorbereitung. Dies ist jedoch ein schönes Beispiel für Fans, denen dieses Happening so ans Herz gewachsen ist, dass zweitrangig ist, wer spielt, sondern die Sache an sich zählt. Ich mag mich wiederholen, aber wenn alte Engländer die 'Night Of The Demon' ausrufen, ist Achterbahn. Unsere NWoBHM-Urgesteine legen einen powervollen Sound vor und der extrem markante Dave hat heute einen ganz besonders guten Tag erwischt. Niemand bricht den Circle - alle sind happy. This legend lives!

 

Nun war es an der Zeit, die auf dem Höhepunkt der jungen Feuchtigkeit besprenkelten Schwerter in die Luft zu recken und die Hämmer zu schärfen - oder so ähnlich. ROSS THE BOSS verwandelten die grimmige Heerschar in lauter glückliche Gesichter mit dem zu erwarteten, bei UP THE HAMMERS bereits hieb- und stichfest getesteten Hit-Potpourri. Sänger Marc ist der Derwisch, prescht etwas übermotiviert seinen apokalyptischen Mitreitern manchmal vom Timing her etwas davon, überzeugt - wenn zwar nicht stimmfarblich - doch spätestens bei den Screams, die einfach nur geil kommen und lässt es sich nicht nehmen sein eigenes Handyvideo während der Performance zu drehen. Mit 'Rhino', der eine unheimliche Power am kleinen Drumkit entfacht, hat man halb MANOWAR in doppelt so true. Und wem's nicht gefällt, der ist aus clay - not steel.

 

Nicht nötig zu erwähnen, dass sich nach diesem Doppelschlag FATES WARNING einer weitaus kleineren, jedoch ewig treuen Fanschar gegenüber sehen. Progressives hatte von jeher einen schwierigeren Stand auf dem ROCK HARD, umso dankbarer bin ich den Machern, dass trotzdem diese Sparte mit einem waschechten Act dieser Güte (in der Vergangenheit z.B. SPOCK'S BEARD, SIEGES EVEN, THRESHOLD) bedacht wurde. Mann, ist das schön. Auch wenn der neue Livegitarrist rechts etwas blass wirkt neben den bekannten Gesichtern (und wie immer bedeutet langes Haar beim Gig nicht offen zu tragen für mich eine Art Arbeitsverweigerung) beglücken die Herren um Gründungsmitglied Jim ihre Anhängerschar mit einer audiophilen Perlenkette, die man nicht für Geld kaufen kann. Lediglich Ray tut mir etwas leid, da er mittlerweile live nicht erst seit heute angestrengt und teilweise gequält singen muss und daher manchmal auch leicht daneben liegt. Machen wir uns nichts vor, bei manchen hält das Organ scheinbar ewig oder man hat es ganz einfach über Jahre geschont (Tim Baker oder John Arch), aber er ist ebenso unersetzlich wie John für Phase 1. NO EXIT!

 

DIRKSCHNEIDER war, ist und wird immer DIE deutsche Metalinstitution sein. Reicht das? Immer lustig, wenn ich in verdutzte Gesichter von ausländischen Freunden blicke. „Is this what you call Metal Schlager?“ Wenn ihr möchtet: JA. Ein Schlager ist ein Hit - und davon gibt es nun einen nach dem anderen, da spielt es auch keine Rolle mehr, wer außer Udo noch auf der Bühne steht, was jetzt aber die Leistung und Motivation der Band nicht schmälern soll. Der heimliche Headliner des Finaltages verlässt die Bühne und jeder hofft, dass es doch nicht der endgültige Abschied von der ACCEPT-Ära war, obgleich ich beide Lager mit ihren neuen Songs auch schätze. Kult ist eben Kult, egal wie lange die Princess of the Dawn unser OooooOooOoo fordert. Sign of Victory!

 

OPETH können mit diesem Stadionphänomen publikumsmäßig natürlich nicht mithalten, das erkennt der gute Mikael direkt am Anfang, als er sich bei Udo dafür bedankt, dass sie sich nun wie kleine Jungs auf der Bühne vorkommen. Schlimmer sei nur noch, nach OZZY und 'Paranoid' raus zu müssen. Wie wir aber den überragenden Humor des Mastermind und die unberechenbare Stilvielfalt von OPETH kennen, gibt es für mich zu keiner Sekunde den geringsten Zweifel, dass auch nun eine echte Hauptband agiert. Anfangs gibt es Entwarnung für die harte Fraktion, als die Männer schön brachial beginnen. Alsbald zeigen sie dann darüber hinaus ALLE Facetten des OPETHschen Schaffens bei erstklassiger Soundqualität, die in einer fantastischen Dynamik das kleinste Ping eines Beckens, die feinste Nuance der Stimme und auch die Differenziertheit einer geballten Ladung Härte in die feucht werdende (nicht wetterbedingt) Ohrmuschel bringt. Ein Abschluss, der für den Feinschmecker als auch den Headbanger genug zu bieten hat und aufgrund der gesamten Stimmigkeit und Qualität eines der absoluten Highlights mehrerer ROCK HARD Jahre darstellt. Well done!

Fazit: Wir hatten an ALLEN Tagen ein ausgewogenes Programm von Hardrock, Metal, Thrash, Death und Black, was mich als musikalischen Allrounder zu nur einer logischen Konsequenz bewegt. Um es mit DEE SNYDERs Worten auszudrücken: I believe in you - und werde mir immer, sollte ich auch allen Festivals abschwören, mein Ticket für 'Unser Metal-Wohnzimmer' zulegen, solange es in dieser Form existiert. Hail und Amen.




10.06.17
Von: Less Leßmeister
Search magazine

NEWS

WEDGE auf Tour

Nicht nur Schlaghosenträger sind... [weiterlesen]


SHOWS

Die beste Hälfte.

Die Tage lang, die Nächte kurz und vor allem:... [weiterlesen]


Special Feature

PAYNE´S GRAY (Part IV - Fall from the back of...

Kennt Ihr ´Kadath Decoded`? Ist Euch PAYNE´S GRAY... [weiterlesen]


Facebook

Streetclip.TV on Facebook

YouTube

Streetclip.TV on YouTube