PRISTINE, THE LEGENDARY

13.09.2017, Frankfurt, Nachtleben


Fotos: J.Tschamler

Über die Qualitäten der Studioalben braucht man nicht zu diskutieren, was die rothaarige Femme Fatale Heidi Solheim aus Norwegen mit ihrer Band PRISTINE da abliefert ist Oberliga. Dass dabei immer wieder Parallelen zu BLUES PILLS erwähnt werden, ist kein Zufall. Und dennoch ergeben sich aus den Songs, den Kompositionen, erhebliche Unterschiede.

Zum Tourauftakt ihrer aktuellen Tour waren wir in Frankfurt mit dabei und nach knapp 95 Minuten Spielzeit mehr als begeistert.

 

 

Wo BLUES PILLS absolut auf Retro machen, erlauben sich PRISTINE die Freiheit, nicht ganz so verbissen an diesen Genrevorgaben festzuhalten. Leichte Tendenzen zum treibenden Hard Rock werden gerade Live nicht umschifft, sondern integriert. Die Band wirkt perfekt eingespielt, der Sound ist klar und sehr transparent. Wie ein Wirbelwind agiert die Norwegerin auf der kleinen Bühne des Nachtlebens. Barfüssig, wie schon Fr. Larsson von BLUES PILLS, lebt man seine Songs in jeder Note aus.

Die Ansagen halten sich in Grenzen, dafür post Gitarrist Espen Elverum Jakobson perfekt und liefert dazu auch perfekte Riffs. Schon der Einstieg an diesem Abend mit `The Rebel Song` und `California` begeistert. Hier offenbart sich die Stimmgewalt der Madame, die ohne große Anstrengungen in jedem Song brilliert.

Während der ruhigeren Songs, die Live übrigens spannender klingen als auf den Alben, komischerweise, wird einem bewusst wie variabel PRISTINE eigentlich sind. Bei schnelleren, harten Tracks ist dagegen fast schon ein leichtes Bangen angesagt.

Während Songs vom neuen Album `Ninja` deutlich anspruchsvoller kommen, hauen Stücke vom Vorgänger `Reboot` wuchtiger rein. Höhepunkte gibt es genug.

Allen voran `Reboot`, `One Good Reason`, `Derek` oder `Bootie Call`. Nach nicht enden wollenden Zugaberufen wird `Don`t Save My Soul` zum finalen Track des Abends und zu einem emotionalen Höhepunkt. Die minimalistische Nummer, nur Gitarre und Gesang, ist für mehr als nur Gänsehaut gut. Hier wird noch einmal die große Stimme der kleinen Frau in den Mittelpunkt gerückt und verzaubert alle.

Gerechtigkeit wäre, wenn PRISTINE den gleichen Erfolg hätten wie BLUES PILLS, denn musikalisch hat man allemal die gleiche Klasse und Sängerin Heide Solheim kann sehr wohl auf Augenhöhe mit Fr. Larsson mithalten, optisch wie stimmlich.

Bevor PRISTINE an diesem Abend die Bühne betraten, eröffnete die Münchner Truppe THE LEGENDARY den Abend. Der musikalische Bolide aus Stoner-, Hard- und Classic Rock überzeugte weitgehend, wobei man auch optisch was zu bieten hatte. Sänger/Gitarrist Thorsten Rock, stilecht im golden Glitzeranzug, Sonnenbrille und Cowboyhut, ist zweifelsohne der strahlende Mittelpunkt des Quartetts.

Sehr tight, sehr rockig, sehr groovig überzeugte man umgehend die Anwesenden. Die Band wirkte perfekt abgestimmt und so klang das Material dann auch sehr knackig. Eigenständig ist sicher anders, aber die Songs machen Laune und liefern Spaß. Gerade hat die Truppe ihr neues Album `Let`s Get A Little High` veröffentlicht, das durchweg überzeugt. Ein gutes Package zum fairen Preis, welches aktuell noch bis Ende des Monats in Deutschland unterwegs ist.




16.09.17
Von: Jürgen Tschamler
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