NIGHT VIPER, MOUNT ATLAS

05.03.2017 Oldenburg, MTS


Livefotos: Martin Brandt

Kurz nach ihrem umjubelten Auftritt beim 'Hell Over Hammaburg'-Festival kehren NIGHT VIPER nach Oldenburg zurück. Zurück? Ja, denn erst am 17.09.2016 hatte die Band das letzte Mal im MTS in Oldenburg gespielt und nicht mal ein halbes Jahr später standen sie schon wieder auf der gemütlichen Bühne des urigen Plattenladens/Liveclubs. Ich kann durchaus verstehen, dass es ihnen hier gefällt.

Aber bevor wir zum Headliner/Hauptact kommen, möchte ich noch kurz ein Wort über den Opener MOUNT ATLAS verlieren. Es handelt sich hierbei um eine lokale Stoner Rock-Band, die aus der Doom-Combo THE COFFIN RIDERS hervorgegangen ist. Unter der alten Bezeichnung hatte man im Oktober des Vorjahres ebenfalls noch die MTS Bühne gerockt. Stilistisch passen die atlantischen Berge nur bedingt zum kraftvollen Metal der Nachtvipern. Da Stoner Rock generell nicht mein favorisierter Sound ist, sagt mir die recht eintönig wirkende Performance des lokalen Openers auch nicht sonderlich zu, aber da das Oldenburger Publikum einfach nett ist, hören sie sich den Set der Newcomer geduldig bis zum Ende an und spenden einen freundlichen Höflichkeitsapplaus.



Es gibt aber absolut kein Vertun, warum der Großteil der Anwesenden gekommen war: Sie wollen NIGHT VIPER sehen! Und die Band um Gitarrist Tom Sutton scheint sich ebenso zu freuen, ein paar bekannte Gesichter im Publikum wieder zu sehen. Mit sichtbarem Spaß an ihrer Tätigkeit beginnt der dynamische Fünfer seinen Set mit den vom Debüt bekannten Tracks: ‘The Hammer’ und der Bandhymne ‘Night Viper’, in die das Publikum natürlich begeistert mit einstimmt. Aber es gibt nicht nur bekanntes zu hören. Da NIGHT VIPER gerade an dem zweiten Alben basteln, nutzt das Quintett die Gelegenheit, gleich vier brandneue Stücke einem Livetest zu unterziehen. Schon der erste mit ‘Never Win’ betitelte Track stellt klar, dass sich am Stil der Band nichts geändert hat.

Der erst nach dem Debüt-Album dazu gestoßene LETHAL STEEL-Gitarrist Johan Frick erweist sich erneut als definitive Verstärkung, zwar bietet er showtechnisch keinen größeren Nährwert, ist aber musikalisch die perfekte Ergänzung zu Bandkopf Sutton, der mit seinem ergrauten Lockenschopf ein wenig nach 70er-Jahre-Musiklehrer aussieht. Tatsächlich ist der gute Tom aber gerade unbeschäftigt: „unemployed“ oder wie er es nennt: „funemployed“, da dank fehlendem Tagesjob mehr Zeit für den Spaß (u.a. mit NIGHT VIPER) bleibt.

Optisch fest in den Achtzigern verwurzelt ist dagegen Basser Ruben Persson mit seinem Schnäuzer, der jedem Pornodarsteller alle Ehre machen würde. Zusammen mit der immer fröhlich wirkenden Schlagwerkerin Jonna Karlsson ist er das rhythmische Fundament der Band, auf dem auch bei den folgenden Hits ‘Run For Cover’, ‘Never Be Enslaved’ und ‘Dagger In Hand’ aufgebaut wird. Mit einem Schmunzeln kündigt Sängerin Sofie-Lee Johansson ein weiteres neues Stück namens ‘On The Run´ an, um dann festzustellen, dass die Band - zumindest textlich - sehr viel am laufen ist. Ich kann nachvollziehen, wenn sich der eine oder andere zu dem Sound von NIGHT VIPER, der eine Schnittmenge aus NWoBHM-Elementen und -Einflüssen der alten METALLICA in sich vereint, eine kraftvollere/männlichere Stimme wünscht.

Ich habe mich allerdings an die quirlige Asiatin und ihr schrilles Organ gewöhnt und kann mir NIGHT VIPER mit anderem Gesang gar nicht mehr vorstellen. Sie könnte für die titelgebende Kriegerfrau aus dem folgenden ‘Warrior Woman’ Pate gestanden haben. Der Bandklassiker ‘The Wolverine’ wird dann noch eingebettet in zwei weitere neue Stücke: ‘Exterminator’ und den bereits bekannten Single-Track ‘Summon The Dead’ mit denen sich die Band eigentlich vom Oldenburger Publikum verabschieden wollte. Es handelt sich übrigens um die identische Setlist, die NIGHT VIPER auch beim 'Hell Over Hammaburg'-Festival gespielt hatten. Da haben die Jungs und Mädchen die Rechnung aber ohne die Oldenburger gemacht, die ihnen dann doch den Unterschied zwischen einem Festivalgig und einem Headlinerauftritt verdeutlichen, der da lautet: Wenn die Meute bei einem Headlinergig minutenlang nach einer Zugabe verlangt, dann spielst du gefälligst eine Zugabe! Und genau das tun NIGHT VIPER dann auch mit dem NAZARETH-Cover ‘Expect No Mercy’, mit dem ihr Repertoire dann aber endgültig erschöpft ist.

Ich weiß nicht, ob Sofie, Jonna, Ruben, Johan und Tom im nächsten halben Jahr wieder in Oldenburg auftauchen werden, aber egal wann und wo NIGHT VIPER live spielen: Ich bin wieder mit am Start!

 

NIGHT VIPER – Setlist:

The Hammer
Night Viper
Never Win
Run For Cover
Never Be Enslaved
Dagger In Hand
On The Run
Warrior Woman
Exterminator
The Wolverine
Summon The Dead
Expect No Mercy (Nazareth Cover)




19.03.17
Von: Martin Brandt
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