NASHVILLE PUSSY

20.05.2015, Cafe Central, Weinheim


Es sind gerade einmal knapp sieben Monate vergangen, seit das gemischte Südstaaten-Doppel NASHVILLE PUSSY die deutschen Clubs abgraste. Nun standen sie schon wieder auf der Matte, um ihren aktuellen Release , die Best of „Ten Years Of Pussy“, live zu promoten. Gefühlt muß man dem Vierer mittlerweile unterstellen alle 6-8 Monate durch die europäischen Clubs zu touren…manchmal wäre weniger mehr. Denn gerade einmal knapp 100 Leute fanden sich an dem Mittwoch Abend im Cafe Central ein um eine der stärksten Waffen des Heavy Metal Rock`n`Roll anzufeuern. Ohne Vorband kam das Quartett mit dem obligatorischen Intro und über 30-minütiger Verspätung auf die Bühne gestampft, um ein 22 Track umfassendes Feuerwerk in Sachen Kick Ass zu liefern.

Im Vergleich zur Show in Frankfurt auf der letzten Tour die ich sah, wirkte die Truppe deutlich motivierter und energischer, dementsprechend klang dann auch das Material wesentlich tighter.

Erneut fiel auf, wie schon auf der letzten Tour, dass Original Drummer Jeremy Thompson durch NINE POUND HAMMER Drummer Rob Hulsman ersetzt wurde. NINE POUND HAMMER bekanntermaßen Blaine Cartwrights zweite Band, die NASHVILLE PUSSY musikalisch nicht ganz unähnlich ist, allerdings einen deutlichen Redneck Einschlag parat hält, hat auch ein neues Album in der Pipeline, das nur nebenbei.

Anyway, wie gewohnt ackerten und zockten die Südstaatler sich durch einen räudigen Set mit vielen Mid-Tempo Brechern und deutlich weniger sehr schnellen Songs. Aber gerade die schnellen alten Songs sorgten für freudige Reaktionen.

Bassistin Bonnie Buitrago hat sich zu einer echten Poserin, im positiven Sinne entwickelt, und kann neben Oberredneck Blaine inzwischen locker bestehen. Blaine war Stimmungsmäßig „mittel“ drauf würde ich mal behaupten. Seine Ansagen waren etwas zurückhaltend und die wenigen die kamen die obligatorisch bekannten. Neben der eigenhändigen Bierdusche und gewagter Hillybilly-Tanzeinlage, fehlte auch das ungewollt komisch aussehende „Hinfallen“ nicht. Ebenso wenig fehlte die Jack Daniels Einlage seiner Ehefrau, Rampensau sowie weiblicher Angus Young, Ruyter Suys nicht.

Die bangte, wirbelte und rödelte wie schon in all den Jahren über die Bühne und war mit ihrer blonden Lockenmähne erneut der optische Mittelpunkt. Was auch an der nicht zu übersehenden Oberweite lag, die man geschickt-gezielt präsentierte. Allerdings sind die Zeiten in denen sie sich bis auf Slip und BH auszog schon lange vorbei. Ein enges T-Shirt mit überquellenden Möpsen sind heutzutage die kläglichen Überreste der frühen Schandtaten.

Irgendwann während der knapp 90 Minuten zog sie die Schuhe aus und spielte Barfuss weiter und die bierversiffte Bühne hinderte sie auch nicht an ihrem Gitarrensolo auf den Knien, da TED NUGENT wie Angus Young alle Ehre machte.

 

Drummer Hulsman ist ein Coolinger vor dem Herren. Ohne eine Miene zu verziehen trieb er die Truppe nach vorne und durfte sogar ein kleines Drumsolo abliefern.

Höhepunkte des Sets waren ganz klar `Strutting Cock`, `High As Hell`, `Go To Hell`, `Go Motherfucker Go; sowie der souveräne Einstieg mit `Come On, Come On`.

Nach getaner Arbeit ließ sich Band wie erwartet, umgehend am Merch-Stand blicken, um Autogramme und Fotos mit und für die Fans zu machen…..Alles in allem ein kurzweiliger Abend mit NASHVILLE PUSSY. Nur Schade, dass gerade einmal, wie schon erwähnt, 100 Leutchen sich für die Band interessierten, was in Anbetracht der Klasse der Band wirklich mager ist. Aber da geht man doch lieber für über 100 Öcken zu AC/DC und schaut denen aus 2 km Entfernung zwischen 08/15-Mob-Wanna-be Rockfans zu, wie sie auf jeder Tour den gleichen Kram spielen….




22.05.15
Von: Jürgen Tschamler (Fotos: Tschamler)
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