HARDCORE SUPERSTAR, MICHAEL MONROE, CHASE THE ACE

20.10.2015 – Frankfurt, Zoom Club


(Fotos: J. Tschamler)

Mit 15 Minuten Verspätungen enterte CHASE THE ACE die Bühne des Zoom, in dem sich leider deutlich weniger als 200 Leute eingefunden hatten, um im weiteren Verlauf des Abends mit MICHAEL MONROE und HARDCORE SUPERSTAR abzurocken.

CHASE THE ACE sind musikalisch ein Verschnitt aus harten SKID ROW, XYZ, einer feinen Dosis MÖTLEY CRÜE, das Ganze aufgepimpt mit einem modernen, harten Gitarrensound. Nur selten klangen die Achtziger real durch, dafür hat man mit Fronter und Gitarrist Roi Vito Peleg einen echt guten Entertainer in der Band, der auch optisch gut rüberkommt. Er ließ es sich auch nicht nehmen, mal kurz ins Publikum zuspringen und dabei mit seiner Axt (sprich Gitarre) sich den Weg frei zufiedeln. Die Band gab Gas, allerdings waren nur die allerwenigsten Anwesenden mit der ursprünglich aus Tel Aviv stammenden Band vertraut, die ein ordentliches Sortiment Merchandise mit am Start hatten. Man hatte sich schnell ins Herz der Anwesenden gerockt und dementsprechend gab es mehr als Höflichkeitsapplaus für die nach London übergesiedelte Band, die nach knapp 30 Minuten Spielzeit die Bühne verließ.

Nach ner`halben Stunde Umbaupause stand dann MICHAEL MONROE mit seiner Truppe auf der kleinen Bühne. Kurioserweise war er in England Headliner (wobei die beiden Bands ja als Doppel-Headliner angekündigt waren), wogegen er in Deutschland nun den Anheizer für HARDCORE SUPERSTAR machte. Während seine Musiker cool-abgebrüht die Bühne betraten, schien MONROE auf glühenden Kohlen zu stehen. Das Adrenalin schien ihm förmlich aus den Poren zu schießen, so agil, so aufgedreht stieg er in den Set ein. Hüpfte, bangte, teilweise sah es aus als würde er sich für den Sportunterricht aufwärmen und ging eigentlich ab wie eines dieser Aufzieh-Äffchen. MONROE sieht für sein Alter immer noch sehr jugendlich aus und man merkte an seinem Dauergrinsen, dass er Spaß hat an dem was er macht.

Seine „Band“, allen voran Gitarrist Steve Conti und Bass-Legende Sami Yaffa, lieferten das Fundament für das Hitspektakel, das MONROE dann ablieferte. Cool, dass dabei auch `Hammersmith Palais` vom grandiosen DEMOLITION 23 Album den Weg in die Setlist fand. Der Song war überraschenderweise den meisten Anwesenden bekannt, der Mitgröhlfaktor war enorm. Überhaupt kamen gerade die schnellen, leicht punkigen Stücke am besten an. Aber auch die klassischen MONROE/HANOI ROCKS Stücke wie `Man With No Eyes` oder `Malibu Beach Nightmare` sorgten für leuchtende Augen. MONROE merkte schnell, dass das hier „sein“ Publikum war und gab alles. Seine Saxophon-Einsätze bei diversen Songs gehören immer noch zu den Höhepunkten seiner Shows, ebenso wie seine Spagat-Einlagen. So auch an diesem Abend.

Kommunikationsfreudig ist anders, aber auch ohne viel Gelaber hatten die Herren alles im Griff. Mit dem Setschließenden `Dead, Jail Or Rock`n`Roll` gab es noch einmal einen All-Time Klassiker vom Feinsten und dann verschwand die Band so schnell wie sie gekommen war. Aber das Publikum gab keine Ruhe und so kam die Band noch einmal auf die Bühne, um noch einen Track nachzuliefern. Dann war endgültig Schluß und es wurde einem wieder einmal bewusst, dass MICHAEL MONROE eine absolut unterbewertete Rampensau ist und er auf der Erfolgstreppe viel weiter oben stehen müsste.

Gerade mal ein knappes halbes Jahr ist her, als HARDCORE SUPERSTAR durch die Republik tourten, und nun waren sie schon wieder am Start. Ein Micky-Maus-ähnliches Intro läutete den Auftritt für die Schweden ein. Zum schmunzeln Sätze wie „das geilste was aus Göteborg kommt…etc…“- man hatte die Lacher auf seiner Seite und fetzte dann auch umgehend los.

In gewohnter Manier lieferte man seine Kick-Ass-Granaten, während Sänger und Bandmittelpunkt Jocke wie ein Aufziehmännchen auf der Bühne umherhüpfte. Solide und ziemlich laut lieferte man wie erwartet, wobei der eine oder andere Klassiker aber auf der Strecke blieb und dafür Stücke von den letzten beiden Alben sich im Auftritt wiederfanden. HS sind eine dieser Bands bei denen man am Eingang sein Gehirn abgibt, um sich dann ganz von deren Songs gefangen nehmen lässt. Sprich, etwas Spaß muss sein. Und den lieferte man eindringlich. Die Schweden rockten durchweg souverän, mussten aber dennoch feststellen, so spät unter der Woche werden auch die letzten Die-Hard Fans mal müde und die Anfeuerungsrufe werden leiser. Da ist dann eine Feststellung von Jocke, hier sei es leiser wie in einer Bücherei zwar etwas übertrieben, aber nicht ganz von der Hand zu weisen.

Insgesamt ein cooler Abend mit drei durchweg überzeugenden Bands, wobei allerdings MICHAEL MONROE das Salz in der Suppe war. Ein großartiger, überzeugender Auftritt des Finnen, der zu der Fraktion der Überzeugungstäter zählt und bei Liveshows alles gibt.

 

 




24.10.15
Von: Jürgen Tschamler
Search magazine

NEWS

THE GREAT BEYOND

Am 28.07. erscheint mit "A Better... [weiterlesen]


SHOWS

Die beste Hälfte.

Die Tage lang, die Nächte kurz und vor allem:... [weiterlesen]


Special Feature

THE END OF MUSIC / MURDER SHE WROTE / THE...

Keine andere Band hat mich in den letzten 26... [weiterlesen]


Facebook

Streetclip.TV on Facebook

YouTube

Streetclip.TV on YouTube