ARMORED SAINT, DIABLO BLVD.

2. Dezember 2015, Aschaffenburg, Colos-Saal


Fotos: Jürgen Tschamler

ARMORED SAINT Sänger John Bush erklärte den Mittwochabend zum Samstagabend und lag damit nicht einmal ganz falsch.

Metal

Party

Time

Die knapp 200 Leute, die sich ins Colos-Saal aufgemacht hatten, wurden in Sachen ARMORED SAINT mal richtig bedient.

Irgendwie war klar, dass nicht mehr als 200 Leute bei dem Gig aufschlagen würden, dabei war es die einzige Clubshow auf diesem Kurztrip der Amis, was dann doch irgendwie traurig stimmte.

Aber die, die nicht da waren, hatten definitiv was verpasst. Satte 85 Minuten lieferten die gepanzerten Heiligen Hymne auf Hymne, mit einer Spielfreude und einer Präzision, die einmal mehr verdeutlichte, dass diese Band eigentlich für viel Größeres vorgesehen war.

Mit dem fulminanten Titeltrack ihres letzten Albums, das überraschend in die deutschen Longplay-Charts einstieg, `Win Hands Down` und einem darauffolgenden `March Of The Saint` eröffnete man souverän den Abend. Der Sound fett, sehr transparent und knallig.

          

Schon nach dem dritten Song sah John Bush aus, als wäre er gerade aus der Dusche gekommen, der Schweiß lief in Strömen. Joey Vera war einmal mehr der aktivste Posten der Band, wobei man bei ARMORED SAINT nicht behaupten kann, dass einer der Musiker lahmarschig wäre, im Gegenteil.

Bush ackerte, Vera zupfte seinen Bass als sei er im Fitness- Studio, während das Gitarrendoppel Duncan/Sandoval mit schweren Riffs und einer gesunden Portion Posertum für eine Breitwandriff-Salve nach der anderen verantwortlich war. Und hinterm Drumkit „Das Tier“, ähem Gonzo Sandoval. Power pur!

Alleine für die Augen war das eine Wohltat, nicht stereotype Bewegungen oder aufgesetzte Spielfreude etc. zu sehen ... Musikalisch hätte es sicher noch einige Songs gegeben, die man sich in der Setlist gewünscht hätte, aber aufgrund der übergeilen Spielfreude, dieser technischen Präzision und dieser sympathischen Ausstrahlung der Herren, konnte man darüber wegsehen.

Bush war von der aufgeheizten, extrem euphorischen Stimmung des Publikums sehr angetan und genau dieses Publikum bangte im Kollektiv bei jeder Hymne mit! Höhepunkte? Schwer zu sagen, der komplette Gig war ein einziger Höhepunkt.

Klar wurden Altklassiker wie `Aftermath`, `Symbol Of Salvation`, `Reign Of Fire` oder `Long Before I Die` mehr abgefeiert als „neueres“ Material, aber grundsätzlich war jeder Song ein Treffer. Nach zwei Zugaben verabschiedete sich die US-Legende dann endgültig und hinterließ durchweg grinsende Gesichter, verschwitzte Körper und schmerzende Nacken.

Das günstige Merchandise fand ebenfalls seine Käufer und ich kann nur noch einmal wiederholen, wer nicht da war, sollte sich in den Allerwertesten beißen.

Als Opener fungierten die belgischen DIABLO BLVD, die stilistisch eigentlich überhaupt nicht dazu passen wollten. Aber die Truppe um Rampensau, ex-Stand up Comedian-Star und Sänger Alex Agnew machten einen guten Job. Klar, wußte die Band, dass hier nicht viel zu holen war, aber sie machten das Beste daraus und wurden mit mehr als nur Höflichkeitsapplaus verabschiedet.

 




05.12.15
Von: Jürgen Tschamler
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