APPICE

12.01.2018, 7er Club, Mannheim


Fotos; Jürgen Tschamler

Das Brüderpaar Carmine und Vinnie APPICE gehört zweifelsohne zu den renommiertesten Rock-Drummern der Welt. Getrennt voneinander auf vielen Klassikern zu hören und mit den Big Names der Szene auf Tour: z.B. BLACK SABBATH, OZZY, DIO, BLUE MURDER, KING KOBRA, CACTUS, VANILLA FUDGE, HEAVEN & HELL etc. Hier kommen mal schnell über 100 Jahre Drummerfahrung zusammen.

Kürzlich haben die beiden zum ersten Mal überhaupt auf einem Album zusammengespielt. `Sinister` nennt sich das Teil, welches wiederum mit einer ganzen Garde von hochwertigen Gastmusikern aufwarten kann. 

Dass die beiden Herren für dieses Album touren würden, war nicht vorherzusehen. Aber interessanterweise tun sie es. Ihren ersten Deutschland-Gig spielen sie im Mannheimer 7er Club. Zwei Drumsets auf der Bühne, in unterschiedlicher Ausführung. Während eines mit zwei Bassdrums ausgestattet ist, kommt das andere mit einer Bassdrum aus.

Ohne Vorband geben sich die Gebrüder APPICE die Ehre und liefern einen knapp 100 Minuten Gig ab. Mit einem Klassiker der BLACK SABBATH-Ära steigen sie ein: `Mob Rules´. Der Sänger erinnert optisch etwas an DIO, kann aber stimmlich über die knappen 100 Minuten nicht wirklich überzeugen. Hier und da trifft er einen Ton der passt, aber oft klingt er deutlich überfordert. Zum anderen muss er einen Großteil der Texte von Textblättern in einem Ordner ablesen. Hinter den Drumkits stehen zwei weitere Musiker. Einmal Gitarre, einmal Bass. Soweit zur „Hardware“ des Auftritts.

Musikalisch wirkt der ganze Auftritt wie eine Zeitreise durch die Hard Rock-/Metal-Welt der letzten 30 Jahre. Viele Klassiker aus der DIO-, BLACK SABBATH- und OZZY-Zeit dominieren den Auftritt. Aber auch der einer oder andere Song vom aktuellen `Sinister`-Album findet sich in der Setlist. Dazwischen Drum-Battles und Drumsolos, zwei Schlagzeuger die äußerst humorvoll den Abend abrunden und nette Anekdoten vom Tourleben mit DIO und OZZY preisgeben.

Während beide Drummer parallel spielen, kann man gut die Unterschiede der Spielweisen erkennen. Carmine ist der deutlich härtere Spieler, während bei Vinnie alles viel spielerischer aussieht und dennoch das Drumpedal in der ersten halben Stunde schrottet - und somit im weiteren Verlauf des Abends seine Bassdrum nicht mehr einsetzen kann.

Trotz gesanglicher Defizite sind `Holy Diver`, sowie das offizielle, setschließende BLACK SABBATH-Medley, `Crazy Train` und das zuvor erwähnte `Mob Rules` die Höhepunkte.

Wenn man böse sein will, darf hier von einer Coverband gesprochen werden, aber das wäre Carmine und Vinnie Appice gegenüber nicht fair. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, einigen der weltbesten Drummer so nahe bei der „Arbeit“ zusehen zu können?

Unterhaltsamer Abend, trotz einiger Mängel, für die die beiden Hauptakteure allerdings nichts können.




15.01.18
Von: Jürgen Tschamler
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