GRAND MASSIVE

Interview mit Gitarrist Jochen Böllath


 

 

 

 

 

 

 

Mit äußerst massivem Heavy Rock sind die Oberpfälzer GRAND MASSIVE unterwegs. Aktuell liegt ihr Werk ´III´ vor. Gemeinsam mit Gitarrist Jochen Böllath haben wir etwas über die Band geplaudert.

Hallo Jochen, in zwei Jahren seid Ihr bereits zehn Jahre aktiv und bringt aktuell Euer drittes Werk auf den Markt. Seht Ihr ´III´ eigentlich als weitere EP oder vollwertiges Album an?

´III´ ist in meinen Augen ein vollwertiges Album. Mich wundert es ein bisschen, dass immer danach gefragt wird. Sicherlich ist es kein 70 Minuten Dreher, aber das war in meinen Augen eh ein Unding in den `00er Jahren. Wie viele Scheiben habe ich daheim, denen einfach eine Spielzeit von 40 Minuten gut getan hätten und mit jedem erhältlichen Müllsong aufgepimpt wurde. Und die guten alten Klassiker haben alle nicht mehr Spielzeit. VAN HALEN, JUDAS PRIEST, SLAYER, MANOWAR ... da jammert auch keiner. Es geht doch um die Kompaktheit und Musik - und nicht um Spielzeit. Unsere Scheibe ist genau so lang, wie sie es benötigt. Und die Songs waren einfach stimmig in ihrer Zusammensetzung. Darum ist die ´III´ so geworden wie sie ist.

´III´ folgte recht schnell auf ´II´. Habt Ihr im Moment einen Lauf?

Wir haben seit längerem erstmal ein stabiles Line-up und das macht sich schon bemerkbar. In der Anfangszeit standen wir oft vor dem Ungewissen, weil wir nicht wussten, wie und ob es weitergeht. Aber wir haben uns immer durchgekämpft, auch in den schwärzesten Momenten sind Songs entstanden und ich wollte die Band auch immer unter jedem Preis am Leben erhalten. Mir war schon bewusst, dass nach dieser Band wohl nicht mehr viel passieren wird in meiner musikalischen Laufbahn. Aber kurz vor der VÖ für die ´II´ hat sich dann die Band gefestigt und somit wird man jetzt hoffentlich öfter von uns was zu hören bekommen. Neue Songs für die nächste Scheibe sind bereits geschrieben und könnten eigentlich aufgenommen werden. Aber wie es halt so ist im Leben, man hat mehr Verantwortung und dadurch weniger Zeit und die Zeit rennt einfach davon, da man Musik nur als Hobby macht. Zeit zwischen Familie, Verpflichtungen und Arbeit zu finden, wird immer rarer.

Sind denn auf ´III´ nur brandneue Songs gelandet?

Ja, nur! Auf der ´II´ hatten wir noch drei Songs, die schon 2009 mit unserem ersten Sänger Tony live gespielt wurden. Weil wir aber von den Songs überzeugt waren, wurden diese nochmal überarbeitet und neu aufgenommen. Aber auf der aktuellen Scheibe sind nur Songs, die im letzten Jahr entstanden sind. Und so wird es auch in Zukunft sein, da wir keinerlei altes Material mehr in der Hinterhand haben und wie gesagt die neuen Lieder schon bereit sind.

Wie seid Ihr an John Hermansen und Andy Classen gekommen?

John ist ein alter Freund von mir und auch privat haben wir sehr viel Kontakt. Außerdem haben wir uns mit MOTHER MISERY schon einige Male die Bühne geteilt. Nachdem John unsere ´Going Into Red´-Single gemischt hat, wollten wir ihn wieder für unsere neue CD. Und er hat einen super Job gemacht in unseren Augen. Das liegt vielleicht auch daran, weil er uns einfach kennt und genau weiß, wie GRAND MASSIVE klingen will/soll. Andy ist seit meiner Jugend ein großer Held für mich. Ich liebe ´Finished With The Dogs´, für mich immer noch eine der besten deutschen Thrash-Scheiben überhaupt. Und seine Arbeit verfolge ich immer. Darum war er für uns genau der richtige Mann für die Scheibe, da wir auch ein bisschen metallischer klingen wollten und ich denke, dass ist ihm gut gelungen. Er ist halt vor allem in Deutschland einer DER Metal-Produzenten. Und es hat sich gelohnt!

Habt Ihr Dan Swanö, der das Mastering von ´II´ gemacht hat, damals auch persönlich getroffen?

Ähnlich wie mit Andy Classen ist es auch mit Dan gewesen. Ich bin seit dem EDGE OF SANITY-Demo, das immer noch häufig bei mir läuft, ein riesengroßer Fan seiner Bands und seiner Arbeit. Auch hier war es ein Wunschpartner und es hat geklappt. Leider hat ein Treffen nicht geklappt, aber das wird wohl in Zukunft noch kommen, da wir immer noch in regem Kontakt stehen und uns Anekdoten aus der  Death Metal-Anfangszeit austauschen.

Da Ihr kein Stoner Rock sein wollt, welchen Stil spielt Ihr Eurer Meinung nach?

Das stimmt so nicht ganz, ich und wir haben absolut nichts gegen das Genre Stoner Rock. Immerhin waren wir damals mit meiner alten Band mit eine der ersten Bands in Deutschland und auch mein Label ‚Daredevil Records‘ hatte da in Deutschland eine Vorreiterrolle. Aber viele Magazine leiten durch meine alte Band DUSTER 69 immer den Sound von GRAND MASSIVE davon ab und mit der neuen Scheibe hat das einfach gar nichts mehr zu tun. Wir alle sind Metal-Heads der ersten Stunde und denken auch, dass sich viele Metal-Einflüsse im Sound finden lassen. Nur ist heutzutage leider der Begriff Stoner Rock etwas verwässert worden. Vor 15 Jahren war Stoner Rock genau noch das, was Bands wie LOWRIDER, UNIDA, KYUSS, DOZER, AWESOME MACHINE etc. verkörperten. Riff Rock der Sonderklasse. Heute heißt Stoner Rock meist 70er Einflüsse, Jams, Querflöte, Träumerei. Und damit hat der GRAND MASSIVE-Sound absolut nichts zu tun. Darum fühlen wir uns mit dem Begriff Stoner Rock einfach missverstanden. Wenn man COC, DOWN, CROWBAR unter Stoner Rock einordnet, dann auch gerne GRAND MASSIVE.

Habt Ihr heute noch Idole oder sind die Euch im Laufe Eurer aktiven Musikerlaufbahn abhandengekommen?

Idole … mmhhh ... ich sicherlich nicht, wenn man Idole als Vorbilder deklarieren will. Ich beobachte und achte viele Musiker und Menschen abseits der Musik für ihre Leistungen. Aber Idole im herkömmlichen Sinn habe ich nicht mehr.

Habt Ihr schon genaue Tour-Vorstellungen, um ´III´ zu promoten?

Eine Tour wird es wohl nicht geben, außer es käme ein lukratives Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Ansonsten konzentrieren wir uns auf gute Einzelshows. Leider können wir aus privaten Gründen nicht mehr jedes Wochenende von a nach b fahren und jedes noch so kleine Jugendzentrum abgrasen, aber wir versuchen, gute und ausgewählte Shows zu bekommen. Das wird natürlich immer schwerer, weil die Banddichte auch immer mehr zunimmt, aber wir arbeiten hart daran. Vielleicht klappt es ja 2017 mit dem einen oder anderen Festival, dann hätte man die Möglichkeit, gleichmal mehr Leute zu erreichen.

Auch irgendwelche Traum-Tournee-Partner?

Mal von den ganz großen Bands abgesehen, wäre eine Tour mit DOWN, CROWBAR oder MUSTASCH schon der Hammer. Wenn man bedenkt, dass wir bisher sehr wenige Shows gespielt haben und das vor Bands wie COC bei der Pepper Réunion, RED FANG, OVERKILL und die ganzen Bands wie SLAYER und DORO bei Wacken South, dann ist das eh schon der Hammer für uns. Aber da kann gerne noch was kommen. 

 

 




21.11.16
Von: Michael Haifl
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