WRATH – Nothing To Fear

(Medusa Records, 1987)


WRATH aus Chicago lieferten zwischen 1986 und 1990 drei Alben ab, von denen zwei das Prädikat “Überflieger” verdienen. Aber irgendwie wurden die Amis damals von der Mehrheit der deutschen/europäischen Metal Presse und somit von den Fans ablaufen lassen. Dabei lieferte das Quintett um Höllenscreamer Gary Golwitzer schon mit seinem `86er Debut `Fit Of Anger` einen krachenden Speed-/Thrash Metal Boliden ab, der mit den damaligen Größen der Szene mithalten konnte. Das war Lehrbuch-mäßiger Metal ohne irgendwelche Spielereien, direkt zwischen die Augen und mit hohem Wiedererkennungswert. Golwitzer`s Gesang ist auf eine Art sicher ein Extrem, das aber perfekt auf die messerscharfen Riffattacken der Band passt. ´Fit Of Anger` zählt für mich auch heute noch zu den intensivsten Speed-Thrash Metal Alben der Mid-Eighties Szene, auch deshalb weil man sicher keine 08/15-Riff-Einheitskost ablieferte. Nur ein Jahr später stand ihr ultimatives Vermächtnis in den Plattenläden: `Nothing To Fear`. Ein unglaubliches Feuerwerk an Killerriffs, teils hektischer Spielweise und einem Gesang der durch Mark und Bein geht. Grob umrissen ist `Nothing To Fear`ein Mix aus OVERKILL`S ´Feel the Fire`, HADES`S `Resisting Success` und DEATH ANGEL`S `The Ultra- VioLence´. Gesanglich kann man Golwitzer`s Gesang als eine extreme Variante von OVERKILL`S Blitz Gesangsleistung in der frühen OVERKILL Phase, durchgehen lassen. Das von Ronnie Montrose (R.I.P.) produzierte Album hat einen knalligen, sehr metallischen Sound, wobei gerade die Gitarren schön bohren. WRATH war nie daran gelegen die Schnellsten zu sein, aber ein Großteil der Tracks hat schon mächtig Speed. Schon der Opener `R.I.P.(Ripped Into Pieces)` enthält die markanten Trademarks der Amis, die ihre Tracks mit einer Unmenge von abrupten Breaks und Tempowechsel ausstatteten. Die teils galoppierenden, äußerst bangerkompatiblen Rhythmen sind ein weiterer markanter Bestandteil der Amis, die auf dem schmalen Grat zwischen Speed- und Thrash Metal wandelten. Interessant sind die wirklich höllischen Riffs und die vielen Breaks und Tempowechsel die man bei diesem hohen Tempo souverän meisterte. Auf der anderen Seite halten alle Songs jedoch immer nachvollziehbare Melodielinien parat. Das eher träge `Painless` hält trotz der enormen Heavyness einen melodischen Rhythmus parat, was das Ganze zu einem echten Burner macht. Das sehr schnelle ´Sudden Death` mit diesem fucking unfassbaren Rhythmus, ist der Überhammer des Albums. Das ist pure Magie, denn immer wenn man meint es geht nicht mehr weiter steigert sich der Song noch mehr. Eine unglaubliche Granate und einer geilsten Songs überhaupt. Das rasante `Victims In The Void` liefert wieder diese unverwechselbare Kombination aus extravaganten, sehr hohen Gesangslinien und hektischer Rhythmik die absolut typisch für WRATH sind. WARTH hätten damals schon deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient aufgrund von `Nothing To Fear`, das auch noch nach 25 Jahren nichts von seiner Magie verloren hat. Auf dem drei Jahre später veröffentlichten dritten Album `Insane Society` war Golwitzer leider nicht mehr zu hören. Mit seinem Abgang veränderte sich auch die musikalische Richtung von WRATH, die nur noch ein Schatten ihrer selbst waren. 08/15 Thrash Metal mit belanglosen Vocals waren angesagt. Golwitzer tauchte mit seiner eigenen Truppe STYGIAN 1992 auf, die mit `Planetary Destruction` ein ganz akzeptables Power Thrash Album ablieferten. WRATH haben sich inzwischen mit zwei Original Mitglieder, allerdings ohne Golwitzer, reformiert, erste Shows gespielt und über Stromspell Records wird eine DO-CD (mit den Alben `Fit Of Anger/Nothing To Fear`) plus Live-Bonus-DVD veröffentlicht werden. Dieses neue Line up ist aber meiner bescheidenen Meinung nach schlimmer als jenes das `Insane Society` eingespielt hat und zudem mit moderneren Riffstrukturen liebäugelt. Ob das Artwork von `Nothing To Fear` damals den einen oder anderen Metaller vom Kauf abgehalten ist nicht auszuschließen, denn wie viele Bands haben ihr Logo in Neon-ähnlichen grün schon auf das Cover gepackt?




01.04.13
Von: Jürgen Tschamler
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