PRISM – Beat Street

(Capitol 1983)


Vancouver, Kanada in den 70ern. Ein gewisser Bruce Fairbairn gründet zusammen mit einem Jim Vallance und anderen Mitstreitern PRISM, eine Band, die trotz für die damalige Zeit eher mäßigem Erfolg (Heutzutage würden Bands für solche Verkaufszahlen wohl töten) ein Sprungbrett für Weltkarrieren war. Bruce Fairbairn wurde zu einem der bekanntesten Musikproduzenten (u.a. AEROSMITH, BON JOVI und AC/DC) und Jim Vallance wurde zusammen mit einem gewissen, damals noch unbekannten Bryan Adams zu einem der erfolgreichsten Songwriter ever. Die Geschichte von PRISM ist geprägt von unzähligen Line up-Wechseln. Während es in den ersten Jahren relativ konstant war wurde ab 1981 eine „Drehtür“ für Musiker eingebaut. Grundsätzlich enthält eigentlich jedes PRISM-Album guten Stoff, für die Forgotten Jewels hab ich mir eine Scheibe der Truppe ausgesucht, das, wenn man jetzt Erbsen zählen würde, gar kein richtiges PRISM-Album ist. 1982 war nämlich kein Originalmember mehr dabei. Henry Small, der aktuelle Sänger suchte sich deshalb ein paar der bekannteren Studiomusiker (u.a. Ritchie Zito) sowie Bobby Kimball von TOTO zur Gesangsunterstützung und nahm 1983 das Album `Beat Street´ auf. Einige der Hauptgründe für mich, dieses Album auszuwählen, war die Tatsache, das ich das Ding ewig gesucht habe, viele Leute zumindest einen Song vom Album kennen ohne mit dem Bandnamen was anfangen zu können und einige der besten AOR-Tracks ever auf dem Album vertreten sind. Damit sind wir auch bei der musikalischen Ausrichtung von PRISM - 80er AOR mit ausgefeilten Songs und zum Großteil guter Härte, weit weg vom Kitsch. PRISM existieren immer noch und es scheinen wohl auch wieder einige Originalmitglieder dabei zu sein. Was Triviales am Rande: Der Song ´Spaceship Superstar´ vom 77er Debut wurde als offizieller Wecksong am 6. März 2011 für die Crew des Space Shuttle Discovery ausgewählt, das an diesem Datum ihr letztes Zusammentreffen mit der ISS hatte, bevor es außer Dienst gestellt wurde.

Der Opener `Nightmare´ könnte zumindest teilweise auch auf einem Metalalbum auftauchen. Grandioser Einstieg in das Album, ein Wahnsinn was hier schon zu Beginn aufgefahren wird. Der Titeltrack ist etwas seichter und unspektakulär, aber nicht unbedingt schlecht. `Dirty Mind´ ist der Song, den eigentlich jeder kennt, der sich in den 80ern und 90ern in den Rockclubs rumgetrieben hat. Ein wirklicher Klassiker mit unglaublichem Refrain. Und der Text kann Alles. Etwas abgefahren kommt ´Modern Times´ rüber, in Teilen ziemlich grober Song, der aber eine Weile zum Zünden braucht. ´Is He Better Than Me´ ist wieder ein absolutes AOR-Highlight, von dem es auch eine tolle Version der Amis HYTS aka ELEVEN BLOODY MEN gibt. ´Blue Collar´ ist ebenfalls ein wunderbares Beispiel für kanadischen AOR/Rock. Insbesondere der Refrain bohrt sich mit Gewalt in die Gehörgänge. Etwas an BALANCE erinnert ´Wired´. AOR-Blaupause, besser geht’s kaum. ´State of the Heart´ fällt etwas ab. Die Melodien sind zwar grandios, etwas mehr Härte hätte dem Song aber besser zu Gesicht gestanden. Den Abschluss bildet die Ballade ´I Don´t Want To Want You Anymore´. Typisch für die Zeit, viel Pathos, sparsame Instrumentierung und gerade deshalb wunderbar.

Die LP war früher gesucht und teuer, ist mittlerweile aber öfter für unter 10,-€ zu bekommen. Es gibt auch ein Re-Issue auf CD von 2008. Es gab zwar schon in den 90ern eine CD, bei dieser war aber nie ganz klar, ob es sich um eine offizielle Veröffentlichung oder ein Bootleg handelt. Außerdem scheint es eine 2 on 1 CD mit ´Beat Street´ und ´Small Change´ zu geben.




24.11.12
Von: Nikolaus „Rauberer“ Herrmann
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