FIRST STRIKE – Same

(Self-Released/Independent , 1995)


Der selbstbetitelte 7-Tracker von FIRST STRIKE gehört zur Kategorie „nahezu unauffindbar“! Der 1995 selbstveröffentlichte Silberling des Quintetts aus Albuquerque, New Mexico, war Mitte der Neunziger eine echte idealistische Leistung. Denn was man da musikalisch bot war nämlich überhaut nicht gefragt und somit war das Interesse an der Band so gesehen bei Null. FIRST STRIKE liefern sieben Songs ab, die über weite Strecken an alte QUEENYRSCHE erinnern. Das liegt zum einen an Vince Garcia, der einen immer wieder an Mr. Tate erinnert, anderseits aber auch am Songaufbau, der gerade bei den etwas straighteren Stücken ebenfalls an die Band aus Seattle erinnert. Die Produktion ist ok, nicht ganz ausgereift, aber für eine Eigenproduktion solide und akzeptabel. Im Gitarrenbereich hätte man etwas mehr Sorgfalt walten lassen müssen, dann hätten die Stücke deutlich mehr geknallt. Das Cover ziert eine wenig professionelle Zeichnung einer Schlange, die aus einem felsigen Untergrund hervorstößt. Das insgesamt nur vierseitige Booklet beinhaltet mittig die Texte auf einer schwarz/weiß -Collage aus Livefotos (die allerdings nicht sehr deutlich sind) und auf der Rückseite finden sich die üblichen Infos zur CD-Produktion, Musikern, kurze Thanx-Liste. Auf dem Rückseiten-Inlay der CD findet sich noch ein Bandfoto das den einen oder anderen indianischen Einfluß bei den Musikern erkennen lässt. Was nicht von ungefähr kommt, ist doch Albuquerque zwischen großen Indianerreservaten eingebetet. Anyway, die CD eröffnet mit `Tears` einem eher weniger spektakulären Song, der einem allerdings hier schon die deutliche Nähe zu QUEENSRYCHE offenbart. `Believe In A Dream` beginnt balladesk und geht nach knapp einer Minute in eine treibende, schöne Mid-Tempo Nummer über, die mit einer besseren Produktion locker auf der ersten QUEENSRYCHE EP hätte bestehen können. Man merkt der Band die leichte Tendenzen zum verproggten Stil in jedem Song an, durch gute Soli-Einlagen, vielen Tempo- und Rhythmuswechsel. `Flyin`High` ähnelt dem Opener, wird aber durch einen etwas ungewöhnlichen Rhythmus deutlich aufgewertet und steigert sich hinten raus mit schönen Doppelbasspassagen. `Call To Glory` klingt wie eine weitere tighte QUEENSYRCHE Nummer, wie man sie wohl nur damals schreiben konnte. Irritierend wirkt nur, dass ein paar mal eingebaute, billigklingende Telefongeklingel.... Das folgende `The End Of Time` klingt wie von QUEENSRYCHE selbst geschrieben..... Ein eher gefühlvoller Track, der sich immer wieder in deutliche druckvollere Passagen reinsteigert (wie von QR bestes bekannt), um dann wieder zurückzufallen in diese melodisch-dramatischen Langsamphasen. Auch `Sail Away` ist über der Fünfminutengrenze und erinnert hier und da etwas an `Take Hold The Flame` meets `No Sanctuary`. Mit dem knapp siebenminütigen Longtrack `I Will Not Fall` liefert man dann seinen besten Song ab. Durchweg eher treibend, entdeckt man Parallelen zu `En Force` und `Warning`! Sicher bewegt man sich nicht ganz auf diesem Weltklasse Niveau, aber der Track hält alle Elemente bereit um fast auf Augenhöhe mit den erwähnten Songs zu stehen. Großartige Nummer. Eigentlich unfassbar, dass diese Album Mitte der Neunziger unterging und sich selbst im Internet heute keine Spuren von dieser Band mehr finden. FIRST STRIKE kann man sicher den Vorwurf "QUEENSRYCHE Klone" an die Back kleben, aber scheiß drauf, wie viele Bands können sich solch ein Kompliment schon an die ehrenwerte Backe kleben ohne dass es peinlich wirkt!? Sicher, das Albumcover verspricht was ganz anderes, vielleicht war das auch ein Grund, dass diese Band nicht beachtet wurde. Wer dieses ultrarare Teil irgendwo mit viel Glück sichtet, der sollte umgehend zugreifen, denn oft scheint es das musikalische Kleinod nicht zu geben! Fröhliches SUCHEN!




29.12.13
Von: Jürgen Tschamler
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