DENIED EXISTENCE – A Future Past

1999 (Death Earth Records) - Stil: Power/Prog Thrash Metal


Von `A Future Past` dürfte nur eine ganz, ganz, ganz kleine Stückzahl von CDs den Weg nach Europa gefunden haben und diese dann speziell nach Deutschland. Selbst in den USA ist das Debut der in New Haven, Connecticut, damals ansässigen Band, nur schwer bis gar nicht zu finden. Dabei hatte das Album verdammt viel zu bieten. Death Earth Records dürfte das bandeigene Label gewesen sein, denn weitere Releases gab es von diesem Label nicht mehr. Selbst im Internet findet sich nichts über diese Band, die wohl als Quintett dieses Album eingespielt hat. Der 9-Tracker bewegt sich stilistisch im Grenzbereich von Power- und Thrash Metal mit hohem Progressive Einschlag und einem hohem sowie egozentrischen Gesang. Die Produktion könnte gerade im Bassbereich deutlich stärker sein. Was sicher für deutlich mehr Druck bei den schnellen Songs gesorgt hätte. Nach einem damals typischen Horror-/Psycho-Film Intro sägt sich ein etwas schwachbrüstiges Riffs in die Gehörgänge. Etwas über eine Minute plätschert die ganze Sache so hin bis die Geschichte deutlich Fahrt aufnimmt und der Track eine eindeutige Power Thrash Schlagseite erhält. Die Band arbeitet mit vielen Tempo- und Rhythmuswechsel und wirkt dabei überhaupt nicht zerfahren. Der Track hat verdammt viel Biss und erinnert gerade beim Gesang an Dave Mustaine. Überhaupt sind MEGADETH ein permanenter Einfluß, ebenso wie immer mal wieder AGONY COLUMN. Auch der dritte Track, `Ceremonial Govt.` , beginnt mit einem längeren Intro bis man in einen eher stampfenden Rhythmus mit sehr melodischem Gesangspart übergeht. 90 Sekunden später geht die Band steil, wirbelt sehr thrasghig und mit harten Gesangspassagen das Stück auf. Unglaublich was in diesem Track alles passiert. Und alles wirkt so locker, so selbstverständlich, da würden sich andere Truppen die Finger verknoten. Dabei bleibt die Truppe aber konstant sehr aggressiv. `As Darkness Cries` mit seinen sehr extremen Stimmungsschwankungen, ist einer der Highlights. JAG PANZER (zu Beginn) trifft auf MEGADETH und WATCHTOWER zugleich. Das sind 5.15 Minuten fantastischer Power-Thrash Metal mit Millionen Rhythmuswechsel....! Hammer. Dabei wirkt das alles so leichtfüßig, ganz und gar nicht überfrachtet. Was aber immer wieder verblüfft ist der aggressive Grundtenor der Stücke, der selbst bei melodischen Parts mitschwingt. `Necromancy` könnte glatt von SACRED BLADE stammen, nur dass der Gesang bissiger und einige Passagen härter, thrashiger rüberkommen. Doomig beginnt `Virgin Blood` mit einer sehr düsteren Atmosphäre bevor es flott thrashig weitergeht, im weiteren Verlauf fällt man allerdings wieder ins doomige Metier zurück. Ein äußerst gewöhnungsbedürftiger Song, dessen krasse Übergänge am meisten beeindrucken. Eine Art Halbballade steht dann mit `Birth (An Endless Circle)`an, das interessante Song- und Gitarrenstrukturen aufweist. Nett, aber harmlos. `12 Hours Till Judgment` ist wieder ein knalliger Power Metal Bolide in höherem Tempo und einem geil verzwickten Rhythmus. Das albumschließende `Alternate Beings` ist erneut sehr heavy und glänzt erneut mit vielen Tempo- und Rhythmuswechsel die so leichtfüßig wirken als hätten die Herren noch nie was anderes gemacht. Sicher könnte der eine oder andere sich an dem hier und da sperrigen Gesangsstil stören, ebenso an der relativ gleichbleibenden Tonlage der Stimme, aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie das Material mit einem perfekten Sänger klingen würde. Wie schon in der Eröffnung erwähnt, könnte der Sound etwas mehr Volumen vertragen, da würden die Tracks deutlich massiver reinhauen. Aber der Mix aus Power-, Thrash und Prog Metal ist beeindruckend. Dass diese Band mit diesem wirklich hochwertigen Album damals nicht einschlug in der hellhörigen Szene, die nach echter Metalmucke gierte, nach Jahren des Alternative, Grunge und Kram, ist äußerst verwunderlich, Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass das Album schon damals so scheiß selten war, dass es dadurch unterging. Die Suche nach diesem Album lohnt sich definitiv und was auch immer da an Preis im Raume steht, aus meiner Sicht ist der gerechtfertigt. DENIED EXISTENCE- warum seid ihr so sang-und klanglos verschwunden?




01.12.13
Von: Jürgen Tschamler
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