APOCALYPSE – Apocalypse

(US-Private Pressing, 1994)


Encyclopaedia Metallum listet 14 Bands mit diesem Allerwelts- Bandnamen, alleine sieben davon aus den USA. Auch diese APOCALYPSE kommen aus den USA, genauer aus Caledonia, Michigan und können auf zwei Alben zurückblicken, die man im Abstand von vier Jahren veröffentlicht hatte. Ihr zweites, `Rewind`, von 1998, kenne ich leider nicht und ich habe das Ding auch bisher noch nie gesehen. Das Gleiche kann man auch vom 94er Debut sagen. Äußerst selten zu finden und so gesehen nicht ganz billig. Aber dies soll nicht der Maßstab für diesen Review sein. Nein, es ist die musikalische Klasse des Albums die hier überzeugt. Das Quartett hat sich ganz genau die frühen QUEENSRYCHE Werke zu Gemüte geführt und dementsprechend klingt das selbstbetitelte Debut. Sieben Songs die Fans der frühen QUEENSRYCHE anknien werden! Die CD selbst ist äußerst simpel aufgemacht. Kein Booklet, ein schlichter einseitiger Einleger, vorne Cover, Rückseite nix. Auf dem Inlay finden sich zumindest die Namen der Bandmitglieder, eine minimalistische Thanx-list, die Songtitel und keinerlei Kontaktdaten oder sonst was. Man wollte wohl absolut unbekannt bleiben- Sarkasmus.... Das Coverartwork finde ich cool, was gänzlich anderes als die typischen Metal Klischee Cover, was aber auch dazu führt, dass man nicht weiß wo die Band musikalisch anzusiedeln ist. Das Album eröffnet mit `Losing The Future...To The Past`, das mit einem majestätisch großem Riff in der Art von QUEENSRYCHE`s `Bevor The Storm` beginnt. Wenn 60 Sekunden Später Sänger Jerry Keyzer einsetzt meint man Geoff Tate in absoluter Höchstform zu hören! Was für eine Sirene! Der Song pendelt zwischen, langsamen, ruhigen und spannenden, härteren Passagen- absolut QUEENSYRCHE, mit einer sehr dezent härteren Note. Die meisten der sieben Songs könnten auch von QUEENSRYCHE stammen, wobei nur die Refrainteile nicht ganz die hohe Qualität jener Band erreichen. Ansonsten, Songaufbau, Riffing, Gesang- alles sehr an die Seattle Könige angelehnt. Das technische Niveau ist hoch die Produktion transparent, sehr klar, sehr druckvoll, mit viel Gefühl gut austariert. Der 13-minütige Longtrack `The Denial` zeigt alle Facetten der Band auf und ist mehr oder weniger der kreative Höhepunkt des Albums. Akustisch beginnend steigert sich das Stück von Minute zu Minute, wird intensiver, bremst diese Intensität mit sehr gediegenen Slow-Passagen wieder aus und beginnt sich erneut zu steigern. Ein wohlklingendes Auf-und Ab der Gefühle! Ganz großes Kino. `Bullet Proof Attitude` ist der durchgehend druckvollste Track des Albums, der weitgehendst ohne ruhigere Passagen auskommt. Mit Sicherheit einer der progressivsten Tracks des Albums. APOCALYPSE liefern mit dem gleichnamigen Debut einen Rohdiamanten ab, der alte QUEENSRYCHE Fans umhaut. Man kann dem Quartett wohl mangelnde Eigenständigkeit vorwerfen, zuviel musikalisches Raubgut auf diesem Album anzuwenden, anderseits, die Qualität ist enorm. Und wenn man sich vor Augen hält, dass dieses Album 1994 erschien, in einem musikalischen Umfeld das absolut Anti-Metal war, dann muß man diese Band und dieses Album doppelt würdigen. Ein absolut edles Stück Metal das, sollte man es zu Gesicht bekommen, umgehend verhaften sollte. Randnotiz, Basser Jeff Welch tauchte später bei WINTERS BANE auf.




17.01.14
Von: Jürgen Tschamler
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