AKA – Hard Beat

2011 (Strawberry Rain)


Nachdem wir mit der aus Israel stammenden Band JERICHO JONES schon ein nicht gerade mit vielen Rockbands bestücktes Land „besucht“ haben, wird es heute noch etwas exotischer. Unser Trip durch die 70er bringt uns nach Indonesien, genauer gesagt nach Ost-Java. AKA starteten als reine Coverband, die Songs von STEPPENWOLF, GRAND FUNK RAILROAD, CREAM und vielen anderen Bands der 60er/70er intonierte. Dabei konnten sie sich in Ihrer Heimatstadt Surabaya eine kleine, aber feine Fangemeinde aufbauen. Nachdem AKA ein Auftrittsangebot aus Singapur bekommen hatten und dort viele Zuschauer begeistern konnte ging die Band dazu über mit eigenen Songs zu starten, was ihnen bei einem Label aus Jakarta einen Deal einbrachte. Zwischen 1971 und 1975 veröffentlichte die Truppe sechs Alben, wobei es der Titeltrack ihres 72er Outputs ´Crazy Joe´ in Australien sogar zu Chartehren brachte. Kommerzieller Erfolg stellte sich trotzdem nicht ein, was wohl daran liegen mag, das die Alben außerhalb von Indonesien kaum erhältlich waren und teilweise indonesisch und englisch in den Texten gemischt wurde. Die Band brach 1976 auseinander. Die vorliegende CD ist eine Art Best-of von AKA und wohl die einzige Möglichkeit, die Musik offiziell zu genießen, da die Originalalben wirklich extrem selten auftauchen. AKA sind stilistisch dem 70er Heavy Rock zuzuordnen, gespickt mit progressiven Parts, wobei sich wohl aufgrund ihrer Coververgangenheit immer mal wieder verstärkt Funkeinflüsse einschleichen. Hört man genau hin findet man auch zuhauf DEEP PURPLE und GRAND FUNK RAILROAD Einflüsse. Der Opener ´Do What You Like´ ist ziemlich funky, durch die Gitarrenläufe und dem minimalistischen, aber absolut passenden Drums, ein guter Einstieg. ´Glenmore´ klingt nach ganz frühen DEEP PURPLE, etwas fröhlich für meinen Geschmack, was die Gillan-mäßigen Schreie und das krasse Orgelspiel aber wieder wettmachen. ´Reflection´ ist zum Teil typischer Heavyrock der Zeit, zum anderen aber mit starken Spätsechzigern Anleihen versehen. Einer der härtesten Tracks ist `We´ve Got To Work It Out´, das mit seinen teilweise tiefergestimmten Gitarren und den abgefahrenen Leads auffällt. Bei ´Cruel Side´ muss sich die Band den Vorwurf gefallen lassen, Melodien abgekupfert zu haben. Insgesamt ist der Song aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Mit ´Groovy´ und dem folgenden ´Suez War´ wühlt die Band wieder in ihrer Coververgangenheit, JAMES BROWN lässt grüßen. ´Mr. Bull Doc´ kann man am besten mit progressivem Funk umschreiben, sehr abgefahren das Ganze. Wieder hört man JAMES BROWN, diesmal bei `Shake Me´, bei dem auch viel mit Spoken Words gearbeitet wird. ´Only One´ war wohl auf den Alben schon ein Lückenfüller, besonders der Gitarrensound nervt. Der in Australien so erfolgreiche ´Crazy Joe´ entpuppt sich als gefälliger Song, der auch von RARE EARTH stammen könnte. Mit `Skip Away´ ziehen AKA unter Sechziger- Einflüssen (die BEATLES kommen stark durch) den Härtegrad wieder an. Die gute alte Hammond kommt auch zum Zuge, sehr schön. Auch bei ´Open Doors´ sind die Sechziger stark vertreten. Ein Highlight der Scheibe mit einer einprägsamen Melodie. ´Sky Rider´ ist die AKA-Version von ´Highway Star´. Der letzte Track auf der CD hört auf den tollen Namen ´Aka Untuk Mu´, ist zu 90% auf indonesisch gesungen und mein persönliches Highlight. Tolles Leitriff, schöne Leads, ein Kracher. Auch wenn AKA für mich zu den „Forgotten Jewels“ gehören, sollte jeder Rockfan vorher mal reinhören, um sich Enttäuschungen zu ersparen, da die Truppe manchmal doch recht eigen zu Werke geht. Die CD ist relativ günstig zu bekommen und hat eine gute Tonqualität, allerdings hört man ab und an das Alter der Masterbänder




23.09.12
Von: Nikolaus "Rauberer" Herrmann
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