BANG YOUR HEAD FESTIVAL 2017

13. - 15. Juli, Balingen, Messegelände


Kennt ihr das? Acht-bis-Fünf-Arbeit, mäßiges Einkommen, Urlaubstage chronisch knapp, Rente in weiter Ferne und doch hochgradig metalabhängig. Da muss man sich arrangieren und schweren Herzens auch so ein altehrwürdiges Ereignis wie das BANG YOUR HEAD zugunsten anderer Erlebnisse zu einem geplant ungeplanten Spontanwochenende degradieren. Doch das Billing ist für den geneigten Allrounder mal wieder so gehaltvoll, dass ich euch ein paar Rosinen von den letzten beiden Konzerttagen nicht vorenthalten möchte und außerdem gibt es eine neue Uhrzeit für den besten Metallgenuss. Lest und lernt.

 

FREITAG

Es ist soweit, die Party im Süden läuft bereits, das Herz klopft, der Plan steht, Freitag doch noch geopfert, drei Stunden auf Deutschlands Highways mit erstaunlich gutem Durchkommen und nun sitzen wir bei einem besonders netten Teil unserer großen Konzertfamilie auf Ground Zero, äääh, natürlich Campingplatz Eins direkt am Gelände. Freundschaft soll diesmal über dem Stress des Herrn stehen, jede Band sehen zu wollen, also genießen wir DEAD LORD und auch BULLET entspannt in bester Laune beim Frühschoppen unterm Pavillon. Und vor allem trocken, denn um uns herum zeigt der Sommer, dass er auch April kann.

Beide Bands sollte mittlerweile jeder mal live gesehen haben, auch wenn beide ihren Vorbildern THIN LIZZY und AC/DC stark frönen, sind die Auftritte einfach nur geil.

GRIM REAPER lässt die Sonne wieder scheinen, ich wäre auch tough enough gewesen, um der Legende Steve Grimmet zu huldigen. Dieser Mann ist einer der unbeugsamen, unbesiegbaren Urgesteine, der in Asterix Heftchen Troubadix heißen müsste, wenn er nicht so gut singen würde. „Hey Troubadix - die Römer haben dein Bein!“ „Egal, dann 'Rock You To Hell', es ist eh gerade die 'Night Of The Vampire' und ich verspüre gerade diese 'Lust For Freedom'.

Diese Breitseiten von der 1987er Platte stellen klar, wie der Sensenmann sich seine Zukunft vorstellt, denn zumindest der Titelsong 'Walking In The Shadows' steht diesen Killern in nichts nach. Teils auf Prothese über die Bühne stolzierend, teils sitzend folgen die Klassiker 'Fear No Evil' und 'Rock Me 'Till I Die', bevor die lebende Legende die zu früh gegangene mit 'Don't Talk To Strangers' ehrt und alte Nerds und junge Gebildete sich als textsicher erweisen. 'See You In Hell' hinterlässt ein enthusiastisches Publikum einem nicht enden wollenden Megafreitag.

 

Wie berichte ich nun über den fabulösen Auftritt der einstigen, währenden und hoffentlich noch lange bleibenden Metal Queen LEE AARON? Am besten setzt ihr alle Hebel in Bewegung und schaut euch die 55-jährige bildhübsche, stimmgewaltige Kanadierin schnellstmöglich irgendwo selbst an. Selbst das musikalisch nicht ganz meinem Gusto entsprechende, neuere Einstiegsprogramm lässt zu keiner Zeit Zweifel daran aufkommen, dass hier eine äußerst motivierte Queen mit einer klasse Band zugange ist.

Singles beider Geschlechter fühlen ihre geheimsten Träume zerplatzen, als der Drummer vorgestellt wird mit den Worten „This is the father of my two children.“ 'Powerline' lässt dann auch noch mehr Bewegung im Publikum entstehen, während viele auf Altbewährtes warten. Die ultimative Belohnung kommt in Form der WELTBESTEN Powerballade 'Barely Holdin On', die ich in dieser hochenergetischen Form in diesem Leben nicht mehr erwartet hätte. Das obligatorische 'Metal Queen' bildet den gelungenen Abschluss und die Queen schreitet von hinnen, um mich in meinen Träumen wiederzufinden.

 

Falls es sich noch nicht rumgesprochen haben sollte: Die derzeitige Besetzung von RIOT V lässt die alte Liebe in höchstem Maße aufblühen, haucht doch der 'neue' Frontmann Todd Michael Hall bereits seit 2013 alten Klassikern wie 'Blood Streets', 'Swords And Tequila', 'Warrior' oder 'Thundersteel' genauso Leben ein wie neueren Stücken á la 'Shine' oder dem mittlerweile zum neuen Retroklassiker gewachsenen 'Take Me Back'. Kein Wunder, dass Jack Starr mit dieser Wunderwaffe ebenfalls einen zweiten Frühling erlebt. Zum Bedauern der oberkörperaffinen Fanschaft lässt er diesmal das Hemd trotz herrlichem Wetter an und ich muss mich später nicht den vergleichenden Augen meiner Frau stellen. Und einen muss ich auch noch loswerden: Auf die ernst gemeinte Frage, warum jetzt das V im Bandnamen steht, kommt im Kollegenkreis die sofortige Antwort: „Weil es fünf Leute sind.“ Stille. Gefolgt von Lachneurosen. Die Sendung mit der Maus kann nicht leerreicher sein, meint der Mättelfielosof.

 

Weiter geht der wilde Ritt mit den britischen Urgesteinen MAGNUM. Eine brillant aufgelegte Band um den unvergleichlichen Tony Clarkin mit einem stimmlich überragenden Bob Catley präsentiert mit 'Soldier Of The Line'(!), 'On A Storyteller's Night', 'How Far Jerusalem', 'Les Morts Dansant', 'All England's Eyes' oder 'Vigilante ' eine beeindruckende Werkschau mit Schwerpunkt auf dem 1985er Werk, das für mich und viele andere einen absoluten Meilenstein darstellt und somit keine weitere objektive Nörgelei zulässt. Zudem ist MAGNUM für mich eine der wenigen 'alten' Bands, bei der auch gerne mal neueres Material geboten werden darf, anstatt immer wieder 'Kingdom Of Madness' oder 'The Spirit' abzunudeln, auf die man diesmal auch verzichtet. Allen, die MAGNUM etwas aus den Augen verloren haben, kann ich nur wärmstens den 2015er Output 'Sacred Blood „Divine“ Lies' ans Herz legen, welches ich gerne als 'Storyteller's Night II' bezeichne, denn davon gab es ebenfalls zwei Stücklein zu hören, die sich ganz grandios in die Playlist einfügen. Heute natürlich mal wieder einfach zu kurz für diese Band, deren Sänger sich mit den größten Altmeistern der Szene messen lassen kann, um nicht unseren seligen Ronnie zu nennen.

 

Unkenrufen zum Trotz metallt das Allstarprojekt ALMANAC in der Halle mehr als so mancher nach dem ersten Album beim Polieren runtergefallene Hammer. Die zu Peaveys Schrecken schleichend eingeflossene Lingua Mortis Kurskorrektur von Meister Smolski wird hier konsequent weitergeführt ...und wie! Wem AYREON schon immer zu progressiv waren, dennoch auf Metal mit Bombast und variabler Sängerriege steht, wird hier voll bedient. Weitaus intensiver als auf Platte kommen die Zarensongs zur Geltung und das Dreiergestirn Jeannette Marchewka, David Readman und Frontsau Andy B. Franck, der auf seine ureigene, sympathische Art das Publikum anschwäbelt, reißen einfach mit.

 

Aufgrund des Selbstversuchs, ein Festival entspannter anzugehen und mich nicht von meinem natürlichen Zwang, ALLES sehen zu wollen antreiben zu lassen, vertraue ich meiner liebevoll Cheech, Chong & Co genannten Konzertfamilie und therapiere mich am Spaßlager No One zu Ungunsten von KROKUS. Und wenn ich auch innerlich zappele, fällt der Großteil des heiß ersehnten ROSE TATTOO Gigs ebenfalls der neu entdeckten Freiheit zum Opfer, bis ich mich dann doch losreiße und zumindest die letzten Stücke des einzig wahren Rock'n'Roll Outlaws Angry und seiner Begleitcombo goutiere.

Der australische Ayatollah aller Rock'n'Roller spricht mit seinen zeitlosen Gassenhauern die tiefsten Bedürfnisse des Seins an. Noch'n Bier? Klar, warum nicht. Und wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, setzte ich alles daran, diese Band in der maximal möglichen Originalbesetzung nächstes Jahr voll konzentriert zu erleben. Vertragt euch und schreibt Geschichte, me Mates.

 

VINCE NEIL kann man wohl nur mögen oder er sleazt dir am Arsch vorbei. Ich persönlich bekomme alles geboten, was ich aus der MÖTLEY-Trickkiste erwartet habe und werde mit 'Piece Of Your Action', 'Looks That Kill' und 'Shout At The Devil' belohnt. Da lässt der Herr mal nix anbrennen, denkt man, bis...die großartige SLAUGHTER-Begleitband alleine da steht und mit einem 'Whole Lotta Love' - 'Heaven And Hell' - 'Stairway To Heaven' – Medley komplett crazy abgeht, der Gitarrero gesanglich zeigt, wo der Hammer hängt - wenn auch etwas gefühllos - und vergessen lässt, wer der Headliner nun sein soll.

Mmmh - der gute Vince will ihnen angeblich auch paar Lorbeeren gönnen, aber irgendwie erinnert das doch an OZZY 1989, als ein gewisser Junge namens Zakk Wylde auch eine Viertelstunde Pause übernudeln musste. Vielleicht funktioniert die CRÜE nur im Originalvierer, außerdem tummeln sich nicht 'Girls, Girls, Girls' auf der Bühne, wie sich das klischeemäßig gehört, sondern nur ein verlorenes Zicklein. Da fahren STEEL PANTHER mehr auf. Die Spielzeit wurde lässig unterschritten, stimmlich hat's dem Vince auch nicht gefehlt, aber eins kann ich euch sagen: Der gute Horst war NOT amused.

 

 

SAMSTAG

Wie der heutige Headliner in einer antiken, glorreichen Glaubenshymne schon festgestellt hat: „After sunshine comes the rain“, oder hier entsprechend umgekehrt: Auf trocken durchwachsenen Sleaze vom gestrigen Abend folgt frischer, frecher, feuchter in der Tradition von Bands wie RATT und vertreibt am Morgen Kummer und Sorgen. Das Heilmittel für vincetraumatisierte Bauchtänzer und Partymäuse heißt VAIN und räumt mal RISCHTISCH ab! Eine tighte Combo und ein witziger, souveräner Frontmann, der barfuß über die Bühne derwischt und neben starken Songs die Sprüche des Tages klopft. Bei der mikrofonlosen Publikumsmotivationsansage erklärt er den Versammelten, dass dies wie ohne Kondom sei: einfach gefühlsechter. Kurze Zeit später lernen wir den Unterschied zwischen nice und crazy Pussy kennen und unser Entertainer stellt fest, dass VAIN nur Weisen über die zweite Art im Gepäck haben. Oho. Mit diesen kleinen Geschichten, den Backshouts der restlichen Band und der gesamten unbekümmerten Spielfreude stand dieser Auftritt mit oder ohne Kondom erheblich gefühlsechter über dem Headliner des Vortages. Bravo.

 

Vorhang auf für eine weitere Sensation, die es nach dem Abgang vom kultigen Drumtier „Wacko“ 1988 ohne nennenswerte Verschleißerscheinungen heil über die Jahre geschafft hat und immer wieder begeistern kann. RAVEN müssen zwar aus gesundheitlichen Gründen auf ihren langjährigen Stammdrummer Joe Hasselvander verzichten, was die Gallaghers aber nicht davon abhält, mit dem nächsten Tier am Böllerator gewohnt Vollgas zu geben. 'All For One', 'Rock Until You Drop', 'Blood Runs Red', 'Faster Than The Speed Of Light', 'On And On', 'Break The Chain' und und und bieten nicht nur eine prima Zeitreise durch die Highlights der Diskographie, sondern werden auch so meisterlich rausgeblasen, dass der Kopf am Ende doch sehr lose auf der Wirbelsäule rumbaumelt. Das 'Born To Be Wild' Cover' entfesselt letzte Reserven und wieder mal ist klar: Unbändige Dreimann Power heißt RAVEN und Mark ist immer noch Träger des kultigsten Metaloutfits.

 

NWoBHM-Vorzeigeliebling und Inspirationsquelle für eine der zeitweise besten Metalcombos überhaupt wird im Volksmund DIAMOND HEAD genannt. Eine saustarke Phönix-aus-der-Asche Besetzung garantiert jedes Mal beste Unterhaltung und neben unglaublich guten Wiederauferstehungssongs des selbstbetitelten 2016er Bombenalbums nehmen Brian Tatler und Co euch mit auf eine Reise zu Klassikern wie 'Borrowed Time' und natürlich 'Am I Evil'. Yes you are. Evil ist alleine die Tatsache, mit Rasmus einen Sänger gefunden zu haben, der die individuelle Klangfarbe eines Sean Harris innehat und das Sängerproblem auf gar teuflisch meisterhafte Weise gelöst werden konnte. Ich kann nur hoffen, dass der zweite Frühling weiter anhält und die Männer sich darauf besinnen, dass auf 'Canterbury' noch einige Stücke schlummern, die es verdient haben, ihre Liveauferstehung zu feiern, da dieses Album seiner Zeit einfach voraus war oder damals schlicht und ergreifend zur falschen Zeit veröffentlicht wurde. Hausaufgabe: Dieses und das neue Album hintereinander hören und vorm Schlafengehen dreimal DIAMOND HEAD in den Spiegel brüllen.

PUHA! Die ersten Riffs des Einstiegsbretts 'Worlds And Machines' zwingen mich zum ungläubigen Blick auf die Uhr und der damit verbundenen Auflösung des Rätsels, zu welcher Zeit das Metall am strahlendsten glänzt. Egal, wo ihr seid, pilgert zwischen 16°° und 18°° zur Bühne und huldigt. Haben gestern die mächtigen RIOT V und mein Tagessieger MAGNUM dieses Zeitfenster magnifiziert, so erschaffen sich heute VICIOUS RUMORS ein wahres Livedenkmal. Ich habe diese Band noch niemals unter Niveau erlebt, aber die Mischung aus unbändiger Power eines jeden Mitstreiters und der gnadenlosen Songauswahl hätte unter dem Motto 'A Tribute to Carl Albert from the Heart' in die Geschichte eingehen können. Rückkehrer Brian, der ohnehin schon gut war, erweist sich heute als der EINZIGE würdige Nachfolger in Sachen Stageacting und Stimmgewalt. Als ob er in der Zwischenzeit den Pfaden von Robert Johnson zu den Crossroads gefolgt wäre und den vielbesungenen 'Deal with the Devil' eingegangen wäre, um unbesiegbar wiederzukommen. Geoff lebt sein musikalisches Kind sowieso, Larry ist einer der wenigen Drummer, die einfach als Urgestein dabei sein müssen und die beiden Jungblüter spielen ebenfalls auf, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Metal in Reinkultur warnt vor dem 'Digital Dictator', wir rasen 'Out Of The Shadows' weiter 'Down To The Tempel' und bieten dem 'Hellraiser' die Stirn.

Auf die Frage eines gesanglich talentierten Freundes, ob sie wohl eine seiner Oldschoollieblingsnummern präsentieren, erwidere ich nur, dass ich ihnen heute ALLES zutraue und BÄÄM – die 'Soldiers Of The Night' marschieren auf und nach 'Don't Wait For Me' kann ich es nicht mehr abwarten bis zum nächsten Auftritt und im Studio hoffentlich der Rückbesinnung auf alte Stärken, Melodien und dem letzten fehlenden Kick beim nächsten Album, damit es hoffentlich in allen Gazetten der Welt heißt: Platte des Monats: VICIOUS RUMORS. Band des Tages sind sie heuer allemal.

 

Und auch der folgende Act passt zur Primetime der guten Unterhaltung. Auch wenn man spätestens nach den unnötigen Neueinspielungen alter Hits weiß, dass der Don sich stimmlich gar nicht mehr erst an den früheren Höhenflügen versucht, so macht DOKKEN aufgrund des zeitlos guten Materials einfach nur Spaß.

Ich kann alle verstehen, die ihn in den letzten Jahren nicht live gesehen haben und aufgrund des gesanglichen Status Quo enttäuscht waren, aber wenn man vorher weiß, wo heutzutage die tonale Obergrenze ist, kann man sich bei 'Kiss Of Death', 'Into The Fire', 'Breaking The Chains', 'Alone Again' oder 'In My Dreams' doch einfach nur gut unterhalten fühlen. Überraschungshit war die Verbeugung vor THE DOORS, das launige 'Too High To Fly' lässt mehr als nur gute Erinnerungen an die alten Revoluzzer wach werden.

 

Nach dem Überraschungserfolg ALMANAC gestern pilgern wir in die Halle, um uns von den Livequalitäten von THE UNITY zu überzeugen. Nachdem GAMMA RAY seit dem Imperium der Untoten 2014 im Studioschneewittchenschlaf liegen, hat es Henjo Richter und Drummer Michael Ehré wohl doch irgendwie mal gejuckt und mit dem mir unbekannten Jan Manenti an den Vocals erschien dieses Jahr ein durchaus überzeugendes Album. 'Close To Crazy' aufspielend zeigt man mitreißende Livepower mit mir persönlich vielleicht etwas zu viel 'Ooohoooohooo'. Auch das allseits bekannte 'Send Me A Sign' hat man für den melodischen Powermetaller im Gepäck. Allerdings nerven mich irgendwann ansonsten tadellosen Sänger, die etwas übermotiviert stets zweimal fragen, ob's uns gut geht. Publikumsmotivation hin oder her, das geht aber auch anders. Geschmackssache, musikalisch gibt’s dennoch nichts zu meckern.

 

Das MICHAEL SCHENKER-Fest mit Gary Barden, Graham Bonnet und Robin McAuley ist wahrlich als gelungenes Fest zu bezeichnen und für alle Hardrocker der eigentliche Headliner. Wie zu erwarten gibt’s die volle Werkschau eines der prägendsten Gitarrenzauberers, der zumindest nach außen hin seine problematische und oft unzuverlässige Art anscheinend ad Acta gelegt hat und in den letzten Jahren einfach durch sehr sympathische, hochprofessionelle Auftritte glänzt.

Als die Überraschung schlechthin erweist sich Robin, der sich in einer großartigen Form präsentiert und mich als Liebhaber der McAuley-Schenker Phase mit Stücken wie 'Love Is Not A Game' und dem Abräumer 'Save Yourself' beschenkt.

Herr im Himmel oder sonst wo, wieso bringt solch eine Röhre zwischen 1993 und jetzt nur ein Soloalbum raus? Unglaubliche Verschwendung eines großen Talents...schade. Natürlich hinterlässt Michael Schenker die euphorische Menge mit 'Rock Bottom' und 'Doctor Doctor'. Jederzeit wieder.

 

HAMMERFALL. Für Villa Riba ein Fest, während Villa Bacho nochmal am Spaßlager Kräfte sammelt für den Hallenabschluss. Wir sind von der Ankündigung des zeitlosen 'Glory To The Brave'-Materials hin und hergerissen, zur Bühne zu pilgern, jedoch gewinnen die Bedenken, ob der alte Zauber auch live entfaltet werden kann und es werden eh nur drei oder vier Nummern davon geboten, bevor das unsägliche eins, zwo, drei 'Hammer High' Fernsehgartenschunkelstück mir eine Gänsehaut beschert, die mit Freude nichts zu tun hat. Sorry, für diese Art von Liedgut bin ich zu alt. Und für den Fernsehgarten zu jung. Es ist wohl gut, daß es diese Art von Headliner gibt, der routiniert seine Fans im Griff hat und auch die Massen zieht, aber meins ist es nicht mehr, auch wenn das Feuerwerk schick ist.

 

Da finde ich persönlich eher zur Ekstase mit AXXIS, die seit einem halben Metallerleben einen würdigen Allrounder zwischen Metal und Hardrock abgeben und für eine ungehemmte Abschlussparty kaum zu toppen sind. Egal, ob neues Material wie 'Queen Of The Wind', die mediumalte 'My Little Princess' oder gar den Urmittsingträllerer 'Living In A World' - keine andere Band kann sich ALLES erlauben, da tut noch nicht mal Nanananaananannanananaa weh.

Vielleicht DIE beste deutsche Band, um ein Festival partymässig stimmungsvoll zu Ende zu bringen. Nananaaana Goodbye klingt hier noch ehrlicher als manch gefallener Hammer. Krüge hoch!

Das Bang Your Head hat wieder einmal gezeigt, dass man sich als eines der 'großen' Open Airs immer noch auf einem fantauglichen Kurs befindet. See you in Hell - oder nächstes Jahr in Balingen.




01.08.17
By: Less Leßmeister
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